, 28.06.2020

Das Mandalay Bay Resort & Casino in Las Vegas hat eine Darstellung von Mahavira, dem Religionsbegründer des indischen Jainismus, aus einem seiner Nachtclubs entfernt. Wie das Las Vegas Review-Journal [Link auf Englisch] am Mittwoch berichtet hat, habe eine interreligiöse Initiative von Geistlichen aus Nevada die Entfernung in einem Brief gefordert.

 

Die Gruppe aus buddhistischen, christlichen, jainistischen, hinduistischen und jüdischen Religionsgelehrten bezeichnete die Mahavira-Statue im Amüsierlokal „The Foundation Room“ als „hochgradig unangemessen“.

 

Die Abbildung „hochverehrter Hindu- und Jain-Gottheiten“ in einem Nachtclub sei respektlos und verletze die Gefühle vieler Menschen.

Der Jainismus soll etwa zeitgleich mit dem Buddhismus entstanden sein und wird noch heute in Indien praktiziert. Kern der Lehre des Jainismus sind ethische Prinzipien wie Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und Besitzlosigkeit. Diese sollen auch den indischen Unabhängigkeitskämpfer Mahatma Gandhi inspiriert haben.

Mandalay Bay gesteht Fehler ein

 

Die Geschäftsführung des Mandalay Bay Resort & Casinos und die Verantwortlichen des Foundation Rooms reagierten in dieser Woche mit Verständnis auf das Anliegen der Glaubensvertreter. In einer Stellungnahme entschuldigten sich die Verantwortlichen:

„Die mehr als zwei Jahrzehnte lange Tradition des Foundation Rooms, herkunftsbezogene und spirituelle Harmonie durch Liebe, Frieden, Wahrheit, Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit zu fördern, ist wichtiger denn je. Wir entschuldigen uns zutiefst bei denen, die von den jüngsten Bildern beleidigt sind, und werden unnachgiebig daran arbeiten, dass solche unsensiblen Darstellungen nicht wieder vorkommen. Insbesondere entfernen wir die Statue Mahavira aus unseren Räumlichkeiten. Wir haben uns immer bemüht, den Dialog zu fördern, um uns näher zusammenzubringen und verpflichten uns auch dementsprechend für die Zukunft.“

Mit der Entfernung der Mahavira-Darstellung soll die Überprüfung des Interieurs im Nachtclub nicht beendet sein. Wie eine Sprecherin der Einrichtung sagte, überprüfe man derzeit auch noch andere Statuen.

 

Für die indischen Glaubensgemeinschaften in den USA war dies nicht der erste Kampf gegen die Trivialisierung ihrer religiösen Gottheiten. Bereits im März dieses Jahres hatte sich die Universal Society of Hinduism aus Nevada dafür eingesetzt, dass die Gottheit Ganesha nicht mehr auf Spielkarten abgebildet wird.