Mittwoch, 05. Oktober 2022

Spanien: Suchtbericht zeigt mangelnde Aufklärung an Schulen zur Spielsucht

Jugendliche

Erst in der vergangenen Woche hat eine Studie aufgezeigt, dass die Spielsucht unter Jugendlichen in Spanien steigt. Nun weist ein aktueller Suchtbericht des spanischen Gesundheitsministeriums darauf hin, dass Glücksspielsucht in Schulen kaum thematisiert wird.

Wie spanische Medien in dieser Woche berichtet haben, würden weniger als 40 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren in ihren Schulen über die Gefahren der Spielsucht aufgeklärt. Dies gehe aus dem Drogenbericht des Gesundheitsministeriums [Seite auf Spanisch] hervor.

Drogenaufklärung an Schulen

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums erhielten insgesamt 38,8 Prozent der 14- bis 18-Jährigen in ihren Schulen Informationen zu den möglichen Glücksspielproblemen. Dabei gaben 42,3 Prozent der Jungen an, das Thema in ihrer Schule behandelt zu haben, bei den Mädchen waren es 35,5 Prozent.

Wesentlich größer sei mit 74,8 Prozent der Anteil der Jugendlichen, der über die Gefahren der Nutzung neuer Technologien, zum Beispiel Internet-, Social-Media- und Smartphonenutzung, aufgeklärt werde.

In Deutschland bieten verschiedene Einrichtungen und Suchtberatungsstellen Präventionsprojekte für Schulen zu Vorbeugung der Glücksspielsucht an. So gibt es beispielsweise das Schulungsangebot der Fachstelle Glücksspielsucht in Paderborn oder das Präventionsprojekt Glücksspiel der pad gGmbH in Berlin. Letztere unterstützt Fachkräfte unter anderem mit Beratungen, Workshops und einem Methodenkoffer für Jugendliche ab 16 Jahren.

Lotteriespiele unter Jugendlichen besonders beliebt

Wie aus einer weiteren Erhebung zu stoffungebundenen Süchten hervorgehe, sei das landbasierte Glücksspiel unter Jugendlichen weiter verbreitet als das Online-Glücksspiel. So zeigten Erhebungen aus den vergangenen Jahren, dass etwa jeder zehnte Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren an Online-Glücksspielen teilnehme.

An landbasierten Glücksspielen dagegen nähmen 22,7 Prozent der Jugendlichen teil. Besonders beliebt seien dabei Lotteriespiele und Sportwetten. Der hierfür ausgegebene Betrag liege größtenteils unter 6 Euro.

Problematisch sei daher, wie auch die Stelle für Kinder und Jugendliche der Balearen in dieser Woche betonte, besonders die Nähe von Wettbüros zu Schulen:

Diese Lokale befinden sich vor allem in gewissen Stadtteilen mit einer wirtschaftlich benachteiligten Bevölkerungsstruktur. Sie befinden sich an Orten, die von Kindern und Jugendlichen häufig besucht werden, wie Schulen oder Freizeitstätten für Jugendliche.

Daher sei auf den Balearen bereits im vergangenen Jahr eine neue Abstandsregelung in Kraft getreten. Diese sehe einen Mindestabstand von Spielstätten und Wettbüros zu Schulen und Freizeitstätten von 100 m vor.

Gleichwohl sei es nötig, dass insgesamt mehr Präventionsarbeit geleistet werde.