, 01.08.2020

Eine in dieser Woche veröffentlichte Studie zeigt, dass die Spielsucht unter spanischen Jugendlichen steigt. So sollen in der Region Valencia zwei von drei unter 30-Jährigen von Suchtproblemen berichtet haben. Dies haben Analysen der Universität Valencia und des Verbandes der valencianischen Jugendorganisationen, dem Consell Valencià de la Joventut (CVJ), ergeben.

 

Für die Studie [Seite auf Katalanisch] wurden zwei Umfragen unter Jugendlichen der autonomen Gemeinschaft Valencia durchgeführt. An der ersten nahmen insgesamt 6.053 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren teil. Die zweite Umfrage erfolgte unter 3.651 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren.

In der autonomen Gemeinschaft Valencia hatte zuletzt ein neues Glücksspielgesetz für Schlagzeilen gesorgt. Dieses legt nicht nur den Mindestabstand zwischen Spielhallen auf 500 Meter fest. Es definiert auch sämtliche Einrichtungen, in denen Spielautomaten aufgestellt sind, als Glücksspieleinrichtungen. Damit fallen nun auch Bars und Restaurants, in denen es einen oder mehrere Spielautomaten gibt, unter das Glücksspielgesetz und müssen sich sowohl an die Abstandsregeln als auch an Identifikationskontrollen und Zugangsbeschränkungen halten.

Casino- und Automatenspiele am häufigsten gespielt

 

Wie die Erhebungen zeigen, haben 56,6 % der 14- bis 17-jährigen männlichen und 41,7 % der weiblichen Jugendlichen bereits einmal an Glücksspielen teilgenommen. 28,9 % der männlichen Jugendlichen gaben an, regelmäßig zu spielen. Mit 7,7 % sei der Anteil der Frauen dabei deutlich geringer.

 

Am beliebtesten seien unter den Jugendlichen Casino-Spiele (7,7 %), gefolgt von Glücksspielen am Spielautomaten (6,0 %; beispielsweise in Spielhallen, Bars und Restaurants). Doch auch die traditionelle Sportlotterie „Quiniela“ (5,2 %) sowie Lotterien (5,1 %) würden häufig von den Jugendlichen genutzt.

 

Beim Online-Glücksspiel dagegen würde die Popularität der Sportwetten mit 22 % überwiegen, gefolgt von Online-Poker (3,7 %) und Online-Casino-Spielen (3,3 %).

 

Unter den 18- bis 30-Jährigen sei der Anteil der Spielsüchtigen besonders groß, die am Online-Glücksspiel teilnähmen. So liege dieser im Falle von Online-Slots bei 52,6 % und beim Online-Bingo bei 48,7 % . Beim landbasierten Glücksspiel habe sich vor allem Bingo als problematisch erwiesen.

 

Ursachen für Suchterkrankungen seien nach Angaben des CVJ jedoch nicht nur bei den Glücksspielen an sich, sondern vor allem auch bei der schwierigen Situation der Jugendlichen in Spanien zu suchen. So liege die Jugendarbeitslosenquote derzeit bei 28 %.

„Wenn sie Geld verdienen und sich emanzipieren wollen, suchen sie nach Alternativen, das muss man berücksichtigen.“

Die Coronakrise dürfte diese Situation noch verschärfen. Von rund einer Million Spanier, die durch die Pandemie ihre Arbeitsstellen verloren haben, ist etwa die Hälfte unter 35 Jahre alt.