, 10.08.2020

US-Präsident Donald Trump soll Las Vegas Sands-CEO Sheldon Adelson vorgeworfen haben, ihn finanziell nicht ausreichend zu unterstützen. Wie das US-Magazin Politico [Seite auf Englisch] berichtet, habe Trump dem Casino-Besitzer gegenüber seinen Unmut während eines Telefongesprächs in der letzten Woche deutlich ausgedrückt.

 

Ursprünglich habe Adelson den Präsidenten angerufen, um die wirtschaftliche Lage und das Corona-Hilfsprogramm der Regierung zu diskutieren. Politico berichtet, dass drei bei dem Telefonat anwesende Personen bestätigten, dass sich die Stimmung allerdings rasch verdüstert habe, nachdem Trump ein anderes Thema angeschnitten habe.

 

Der Präsident habe dem milliardenschweren Casino-Boss vorgeworfen, nicht genug für seine Wiederwahl zu spenden. Dabei sei Trump nach Aussage der Anwesenden offensichtlich nicht klar gewesen, mit wie vielen Millionen Adelson die Republikaner bereits unterstütze.

Der US-Wahlkommission zufolge hat Adelson 2020 1,1 Mio. USD direkt an Trumps Wahlkampfteam und 12,5 Mio. USD an die Republikaner gespendet. Dabei wolle es der Milliardär jedoch nicht belassen. Beobachter schätzen, dass das Ehepaar Adelson in diesem Jahr insgesamt bis zu 200 Mio. USD an die Republikaner überweisen könnte.

Nach Bekanntwerden des Telefonats zeigten sich Vertreter der republikanischen Partei äußerst beunruhigt, dass ihr Präsident einen ihrer finanzkräftigsten Spender verstimmt haben könnte. Sie befürchteten, dass der Geldstrom künftig versiegen könnte.

 

Millionen von Casino-Bossen

Der Sands-CEO hat sich bereits in der Vergangenheit für die Republikaner eingesetzt. So steuerte er 2016 82,6 Mio. USD zu Trumps erstem Wahlkampf bei. Zwei Jahre später zeigte er sich ebenfalls spendabel, als er den Republikanern 123,3 Mio. USD zukommen ließ.

Das US-Magazin Forbes schätzt das Vermögen des Ehepaars Adelson auf 31,6 Mrd. USD. Ein Großteil davon ist auf Anteile an der Las Vegas Sands-Gruppe zurückzuführen, die Adelson 1989 für 128 Mio. USD erwarb. Seitdem machte er das Unternehmen zu einem internationalen Casino-Konzern, dessen Umsätze sich im vergangenen Jahr auf 13,74 Mrd. USD beliefen.

Adelson ist nicht der einzige Trump-Unterstützer unter den Casino-Mogulen aus Las Vegas. So spendete der Treasure Island und Circus Circus-Besitzer Phil Ruffin 500.000 USD, während Steve Wynn 486.000 USD in die Wahlkampfkasse einzahlte. Noch großzügiger zeigten sich die Station Casino-Inhaber Lorenzo und Frank Fertitta, die 1,44 Mio. USD beisteuerten.