, 20.07.2020

Das singapurische Marina Bay Sands Casino-Resort zahlt im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung 6,5 Millionen US-Dollar an einen Spieler. Wang Xi, ein High Roller aus China, hatte dem Casino vorgeworfen, Guthaben in Höhe von 9,1 Millionen Singapur-Dollar (ca. 5,72 Millionen Euro) unbefugt an andere Gäste überwiesen zu haben.

 

Insgesamt sei der Millionenbetrag zwischen Oktober und Dezember 2015 im Rahmen von 22 Überweisungen an mehrere Kunden des Marina Bay Sands transferiert worden, berichtet das Wirtschaftsnachrichtenportal Bloomberg [Link auf Englisch]. Der Chinese hatte deshalb im Oktober 2019 vor dem Singapore High Court geklagt.

Wie funktioniert der Geldtransfer in Casinos?

Spieler, die in Casinos um hohe Einsätze spielen, führen aus Sicherheitsgründen selten Bargeldbeträge mit sich. Gängig ist es hingegen, Gelder zum Spielen an das Casino zu überweisen und vor Ort in Jetons auszahlen zu lassen. Ebenso verhält es sich mit hohen Guthaben. Vor allem Casinos, die High Roller-Spiele offerieren, veranlassen die Auszahlung von Guthaben oder Gewinnen in Form von Kontoüberweisungen.

Streit um gefälschte Unterschriften

 

Laut Bloomberg sei der Kernpunkt der beigelegten Klage die Frage gewesen, ob die Transaktionen in Millionenhöhe tatsächlich durch Wang Xi autorisiert worden seien. Das Casino-Resort, so der Bericht, habe stets postalisch um die Genehmigung der Überweisungen gebeten und daraufhin Bestätigungen mit der Unterschrift des Mannes erhalten.

 

Dies hatte der High Roller stets bestritten. Er behauptete, die Unterschriften auf den Überweisungsgenehmigungen seien gefälscht. Um dies zu beweisen, habe Wang Xi die entsprechenden Unterlagen vom Marina Bay Sands einholen und prüfen wollen.

 

Das Unternehmen habe den Wunsch jedoch mit der Begründung abgelehnt, die Dokumente seien bereits vernichtet worden. Wang Xis Anwälte nahmen dies zum Anlass, dem Marina Bay Sands Versagen vorzuwerfen. In der Klageschrift heißt es, das Casino-Resort habe:

„versagt, zu überprüfen, ob die betreffenden Genehmigungsschreiben tatsächlich durch den Kläger unterzeichnet wurden, bevor die fraglichen Transaktionen ausgeführt worden sind.“

Die von Wang Xi vorgebrachte Anschuldigung wog so schwer, dass sogar das US-Justizministerium vergangenen Monat eine Geldwäscheuntersuchung gegen das vom US-Konzern Las Vegas Sands betriebene Casino-Resort einleitete.

 

Während der Fall für das Marina Bay Sands also noch nicht abgeschlossen ist, darf sich Wang Xi freuen. Neben der Rückzahlung in Millionenhöhe werde laut Bloomberg auch das Hausverbot im Marina Bay Sands aufgehoben.