Montag, 24. Januar 2022

Philippinen: Casinos verzeichnen massiven Umsatzrückgang von 95,7 %

Börse

Die Glücksspiel-Aufsichtsbehörde Philippine Amusement and Gaming Corporation (PAGCOR) hat in ihrem kürzlich veröffentlichten Finanzbericht einen Umsatzrückgang von 95,7 % in der gesamten Glücksspiel-Branche im zweiten Quartal 2020 gemeldet. So generierten die Casinos des Landes nur 46,8 Mio. USD im Vergleich zu 1,08 Mrd. USD im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Da die Philippinen mit wachsenden COVID-19-Infektionen zu kämpfen hatten, ordnete der philippinische Präsident Rodrigo Duterte im März eine Quarantäne für die gesamte Hauptinsel Luzon an.

Dadurch wurden die landbasierten Glücksspielstätten stark eingeschränkt. Erst im Mai durften die ersten Casinos außerhalb von Manila wieder ihren Betrieb aufnehmen, allerdings mit stark eingeschränkter Kapazität.

Doch auch die philippinischen Offshore-Gaming-Betreiber (POGOs) mussten Mitte März schließen. Ende Juni waren die ersten POGO-Standorte schließlich zur Wiedereröffnung berechtigt, so dass die Offshore-Glücksspielbranche nichts zu den Umsätzen im zweiten Quartal beitragen konnte.

Nach Angaben von PAGCOR [Seite auf Englisch] erwirtschafteten private Casinos im zweiten Quartal 2020 einen Umsatz von 44,6 Mio. USD, von denen 140,5 Mio. USD aus den integrierten Resorts City of Dreams Manila, Okada Manila, Resorts World Manila und Solaire Resort & Casino stammen. Das Junket-Spiel an privatwirtschaftlichen Standorten ging von 34,9 Mio. USD auf 2,7 Mio. USD zurück.

Nur mäßig gefüllte Staatskassen

Durch den starken Umsatzrückgang flossen auch weniger Einnahmen in die Staatskassen. Das Bureau of Internal Revenue (BIR), die philippinische Finanzbehörde, hat bekanntgegeben, dass der durch COVID-19 verursachte Exodus zu geringeren Steuereinnahmen geführt habe. Der stellvertretende BIR-Vorsitzende Arnel Guballa kommentierte, dass die jüngsten Steuereinnahmen der POGOs sich weit unter denen vor COVID-19 bewegten.

Es ist jedoch fraglich, ob trotz des kürzlich von Präsident Duterte verabschiedeten Konjunkturpakets “Bayanihan 2”, das eine zusätzliche Besteuerung der Glücksspielbetreiber vorsieht, mehr Gelder in die Staatskasse fließen werden. Dies liege unter anderem an der Abwanderung der Arbeitskräfte.

Guballa sagte:

Das Problem ist immer noch dasselbe, Pogos schließen, weil sie Angst vor COVID-19 haben. Viele chinesische Arbeiter haben ihre Visa annulliert und sind nach China zurückgekehrt, weil es auf den Philippinen viele COVID-19 Fälle gibt.

Derzeit sollen nur 29 der 55 POGOs ihren Betrieb wieder aufgenommen haben. Einige Anbieter sollen ihren steuerlichen Verpflichtungen noch nicht nachgekommen sein, andere hätten sich bereits gänzlich vom philippinischen Markt zurückgezogen.