, 16.12.2020

In diesem Jahr hat es mehr Cyber-Angriffe auf den Glücksspiel- und Gaming-Sektor gegeben als je zuvor. In den meisten Fällen handelt es sich um DDoS-Attacken. Wie das auf Cyber-Sicherheit spezialisierte Unternehmen Nexusguard in seinem jüngsten Quartalsbericht erläutert [Seite auf Englisch], hätten in Q3 2020 insgesamt 76,92 % aller registrierten DDoS-Angriffe der Glücksspiel- und Gaming-Branche gegolten.

DDoS steht für distributed denial-of-service und ist weltweit eine der gängigsten und „einfachsten“ Formen der Cyber-Attacke. Bei einer DDoS-Attacke überlasten die Angreifer bewusst ausgewählte Server, um diese beinahe oder gänzlich lahmzulegen. Mittlerweile kann nahezu jeder gegen geringe Bezahlung einen sogenannten DDoS-for-Hire-Service beauftragen, um Angriffe auf Server ausführen zu lassen.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe es insgesamt 287 % mehr DDoS-Angriffe auf die beiden Sektoren gegeben. Die Online-Gaming-Industrie sei dabei mit 45,18 % aller Angriffe in diesem Jahr noch stärker betroffen gewesen als das Online-Glücksspiel.

 

Angriffe von Gamern auf Gamer

Die Gaming-Server Nitrado und Gameservers.com seien mit 54.571 respektive 51.815 Angriffen am häufigsten lahmgelegt worden. Blizzard Entertainment habe mit 13.301 Angriffen auf Platz 3 gelegen.

 

Electronic Arts (3.306), Valve Corporation (2.701), Ubisoft Entertainment (1.889) und Riot Games, Inc (129) hätten weniger Attacken erleiden müssen.

 

Ein Großteil der Angriffe gehe von aktiven Spielern selbst aus, die damit bezweckten, ihre Kontrahenten am Fortschritt zu hintern. Nexusguard erklärt:

Ein großer Teil der DDoS-Attacken im Online-Gaming ist auf Gamer zurückzuführen, die bereit sind, alles zu tun, um zu gewinnen. Oft wurden leicht verfügbare DDoS-for-hire-Services genutzt, um DDoS-Attacken zu starten, um damit Spiele zu unterbrechen und die Oberhand über die Spielgegner zu gewinnen.

Aufgrund der im Rahmen der Coronakrise stark gestiegenen Spielbeteiligung weltweit seien die Server besonders anfällig für Attacken gewesen. Zu Stoßzeiten seien sie bereits ohne Angriffe von außen überlastet gewesen.

 

Glücksspiel-Branche besser gewappnet

Für die Gaming-Branche seien DDoS-Attacken in derartigem Ausmaß relativ neu. In den vergangenen Jahren hätten nämlich deutlich mehr Angriffe der Online-Glücksspielwelt gegolten. Die Glücksspiel-Industrie sei in der Folge heute gut dagegen gewappnet.

 

Sie verfüge über eine spezielle Infrastruktur, Schutzvorrichtungen und fortschrittliche Kodierung, um DDoS-Angriffe abzuwehren. Im Falle eines Angriffes stünden Glücksspiel-Anbietern Tausende Domains, darunter unaufspürbare VIP-Domains, zur Verfügung, auf die sie ausweichen könnten.

 

In der Gaming-Branche hingegen sei dem Thema Cyber-Attacken bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Angesichts ihres rapiden Wachstums sollte sich die Industrie ebenfalls besser wappnen, empfehlen Sicherheits-Unternehmen wie Nexusguard.

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