Freitag, 30. September 2022

Spanische Suchtstudie: Mehr Glücksspiel – weniger Spielsucht

Roulette

Das spanische Gesundheitsministerium hat in dieser Woche seine aktuelle Suchtstudie veröffentlicht. Aus dieser geht hervor, dass die Teilnahme am Glücksspiel in den vergangenen vier Jahren deutlich gestiegen ist. Der Anteil der Spielsüchtigen dagegen sei in der spanischen Bevölkerung gesunken.

Laut der Suchtstudie EDADES 2019/2020 [Link auf Spanisch] nahmen im Jahr 2019 63,6 Prozent der Studienteilnehmer am Glücksspiel teil. Zwei Jahre zuvor habe dieser Anteil noch bei 59,5 Prozent gelegen. Den größten Zuwachs jedoch habe das Glücksspiel zwischen 2015 und 2017 erfahren.

Das spanische Gesundheitsministerium führt seit 1995 alle zwei Jahre die Suchtstudie Encuesta sobre Alcohol y otras Drogas en España durch. Für die aktuelle Studie wurden zwischen dem 7. Februar und dem 11. März 2020 insgesamt 17.899 Personen zwischen 15 und 64 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind für die spanische Bevölkerung repräsentativ. Allerdings weist das Gesundheitsministerium darauf hin, dass die Befragung vor der Corona-Pandemie durchgeführt wurde.

Steigende Teilnahme am Online-Glücksspiel

Gestiegen sei ebenfalls die Teilnahme am Online-Glücksspiel. Habe diese 2017 noch bei 3,5 Prozent gelegen, sei sie 2019 auf 6,7 Prozent angewachsen. Die höchste Teilnahme sei mit 9,3 Prozent bei den 25- bis 34-Jährigen zu verzeichnen gewesen.

Beim landbasierten Glücksspiel dagegen liege der größte Anteil der Spieler in der Alterspanne von 55 bis 64 Jahren. Hierzu heißt es in der Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums:

Die Prävalenz des landbasierten Glücksspiels ist bei Männern und älteren Menschen höher. Die häufigsten Spiele sind Lotterien, die von einem höheren Prozentsatz der Menschen (94,4 Prozent) gespielt wurden.

Während die Teilnahme am Glücksspiel in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sei, sei das problematische Spielverhalten gesunken. Im Jahr 2017 habe dieses noch bei 2,6 Prozent gelegen. 2019 hätten 2,2 Prozent der Befragten Anzeichen problematischen Spielverhaltens gezeigt.

Gestiegen sei dagegen die zwanghafte Internetnutzung. Diese habe im Befragungszeitraum bei 3,7 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Jahr 2017 entspreche dies einem Anstieg um 0,8 Prozentpunkte.