Donnerstag, 06. Oktober 2022

Britische Studie: Smart­phone-Glücks­spiel und E-Sport-Wetten auf dem Vormarsch

Mann hält Smartphone in den Händen Das Online-Glücksspiel per Smartphone wird immer beliebter (Bild: Pixabay)

In Großbritannien ist das Online-Glücksspiel ein Milliardenmarkt. Nun veröffentlichte die britische Glücksspielbehörde UK Gambling Commission (UKGC) nähere Details über die Spieler und ihre Vorlieben. Aus der am vergangenen Dienstag vorgestellten Studie [Seite auf Englisch] geht unter anderen hervor, dass das Smartphone für Spieler das wichtigste Bindeglied zu den Anbietern von Online-Casinos und Online-Sportwetten ist. Zugleich erlebten E-Sport-Wetten seit Jahren kräftigen Zulauf.

Für die Untersuchung ließ die Glücksspielbehörde 8.000 über 18-jährige Briten zu ihrem Spielverhalten befragen. Bei der unter Mitwirkung des Marktforschungsinstituts Yonder Consulting durchgeführten Analyse stellte sich heraus, dass der Boom des Online-Glücksspiels ungebrochen ist.

Demnach vereine der Online-Bereich mit Bruttospielerträgen von 5,7 Mrd. GBP (6,8 Mrd. Euro) mittlerweile knapp 40 % der Einnahmen des Gesamtmarktes auf sich. 24 % der erwachsenen Briten hätten erklärt, innerhalb des letzten Jahres online gespielt zu haben. Fünf Jahre zuvor habe dieser Wert nur bei 17 % gelegen.

Smartphone beliebtestes Online-Tool

Das bevorzugte Gerät für das Online-Glücksspiel sei weiterhin das Smartphone. Auf dieses entfalle inzwischen rund die Hälfte aller Online-Zugriffe. Spieler im Alter von bis zu 24 Jahren wählten sogar zu 75 % das Mobilgerät, während dessen Nutzung bei den über 65-Jährigen lediglich von 14 präferiert werde.

Die Glücksspielbehörde betonte allerdings, dass von den Spielern auch andere Zugangsmöglichkeiten rege genutzt würden. In einem Statement der UKGC heißt es:

Die Daten zeichnen ein Bild des Online-Glücksspiels, bei dem Smartphones die bevorzugten Geräte sind, aber Laptops, PCs und Tablets bleiben wichtige Zugangswege.

Insgesamt betrachtet, hätten klassische Computer ihren Abstieg der letzten Jahre stoppen können. Die Umfrage habe zugleich ergeben, dass Mobilgeräte trotzt ihrer ortsunabhängigen Einsatzmöglichkeit bevorzugt in den eigenen vier Wänden verwendet würden.

Lediglich eine Minderheit von 20 % habe im letzten Jahr unterwegs online um Geld gespielt. Doch auch in diesem Bereich lägen die Jüngeren – insbesondere Männer – vorne. Von ihnen hätten in dem Zeitraum 44 % außer Haus gezockt.

Im eigenen Heim könne laut UKGC mittelfristig jedoch neue Konkurrenz für Smartphones entstehen. So seien die in 57 % aller britischen Haushalte installierten Smart-TVs auf dem Vormarsch. 10 % der unter 24-Jährigen und immerhin 8 % der bis zu 34-Jährigen hätten demnach angegeben, über diesen Kanal schon einmal gespielt zu haben

Live- und E-Sport-Wetten nehmen zu

Neben der Fixierung auf das Smartphone zeichne die jüngeren Spieler ihre wachsende Leidenschaft für neue und spekulative Wettangebote aus. So interessierten sich insbesondere die bis zu 24-Jährigen für die in Deutschland verbotenen Live-Wetten.

Die Studie befasste sich auch mit den Marketingkampagnen der Anbieter. Demnach berichteten knapp zwei Drittel der Befragten, innerhalb des letzten Jahres Freispiele und Bonusangebote erhalten zu haben. Allerdings scheinen die kostenlosen Spiele und Wetten von den Spielern nur bedingt angenommen zu werden. 60 % der Probanden hätten erklärt, die Angebote nicht in Anspruch zu nehmen.

Des Weiteren hätten in der jungen Altersklasse 36 % berichtet, sich für Wetten rund um den E-Sport begeistern zu können. Bezogen auf die Gesamtheit der Spieler liege der Anteil nur bei 9 %. Diese Zahl dürfte in den kommenden Jahren jedoch erheblich zunehmen, denn laut UKGC verzeichneten E-Sport-Wetten seit 2016 ein jährliches Wachstum von 8,5 %

Angesichts der steigenden Online-Nutzung des Glücksspiels forderte die UKGC die Anbieter auf, Spieler stärker über Schutzmaßnahmen wie Selbstsperren und Einsatzlimits aufzuklären. Hier herrsche aufseiten der Glücksspielunternehmen erheblicher Nachholbedarf, mahnte die Behörde. Spieler müssten schließlich jederzeit wissen, wie sie sich bei auftretenden Problemen schützen könnten.