, September 12, 2019

Gestern wurde bekannt, dass US-Pop-Star Taylor Swift im November beim australischen Melbourne Cup zwei Songs ihres aktuellen Albums präsentieren wird. Doch nicht jeder ist begeistert von den Plänen der Sängerin, bei dem prestigeträchtigen Pferderennen aufzutreten: Kritiker werfen der Sängerin vor, finanzielle Interessen über das Tierwohl zu stellen.

 

Sechs tote Rennpferde in sechs Jahren?

 

Wenn am 5. November der Melbourne Cup in Australien ausgetragen wird, wird auch Popstar Taylor Swift mit von der Partie sein. Dies gab der Veranstalter, der Victoria Racing Club, gestern bekannt. Doch während sich Fans begeistert zeigen, ihr Idol auf dem Flemington Racecourse in Melbourne begrüßen zu dürfen, hagelt es insbesondere im Internet Kritik.

 

So appelliert die Coalition for the Protection of Racehorses (dt. Bündnis zum Schutz von Rennpferden) an die 10-fache Grammy-Gewinnerin, den Termin nicht wahrzunehmen. Den Tierschützern (Seite auf Englisch) zufolge seien allein bei den vergangenen sechs Austragungen des Melbourne Cups sechs Pferde zu Tode gekommen.

 

Ihr riesiger Erfolg, so das Bündnis, erlaube es der 29-jährigen Swift nicht nur, „Nein“ zum Pferderennen zu sagen. Durch ihre Prominenz könne sie ein Zeichen setzen und sich gegen die Misshandlung von Rennpferden positionieren:

Pferde werden für Glücksspielgewinne und zur Unterhaltung getötet. Falls sich Taylor Swift überhaupt so für andere Tiere interessiert, wie sie es für Katzen zu tun scheint, wird sie die Show absagen und ein klares Statement abgeben, dass Tierquälerei nicht akzeptabel ist.

Taylor Swift freut sich

 

Der australischen Zeitung Herald Sun gegenüber hatte die erklärte Katzenliebhaberin kurz nach der Verkündung der Pläne bestätigt, sich sehr auf ihren Auftritt zu freuen: Sie habe schon viel über das Pferderennen gehört und könne es kaum erwarten, nach Melbourne und zum Melbourne Cup zu kommen.

 

Auch Victoria Racing CEO Neil Wilson zeigte sich begeistert, Swift für die Veranstaltung gewonnen zu haben. Der Auftritt der Entertainerin sei für jeden erlebbar, der ein Ticket für den Melbourne Cup besitze. Dies hebe die Veranstaltung auf ein völlig neues Niveau.

 

 

Ob das mit über 7 Millionen AUD höchstdotierte Langstreckenrennen der Welt wirklich auf weitere Publicity angewiesen ist, darf jedoch bezweifelt werden. Das Gruppe I-Rennen für Vollblüter ab 3 Jahren lockt Jahr für Jahr über 100.000 Besucher auf die Rennstrecke.

 

„The race that stops a nation“

 

Insgesamt 24 Pferde qualifizieren sich für das in Australien auch als „The race that stops a nation“ (dt. Das Rennen, das eine Nation stillstehen lässt) bekannte Hauptevent des rund einen Monat andauernden Spring Racing Carnival. Die internationalen Größen messen sich jeweils am ersten Dienstag des Novembers auf einer Stecke von 3.200 Metern.

 

Auch unter Buchmachern hat der Melbourne Cup einen besonderen Stellenwert. So geben hierbei nicht nur eingefleischte Wettfreunde ihre Tipps ab, auch beim Durchschnittsbürger hat sich das Wetten auf den Ausgang des Rennens seit langer Zeit etabliert.

Beim Melbourne Cup stehen Spielern unterschiedliche Wetten mit veränderlichen Quoten zur Auswahl:

Win: Wette auf den Sieger

 

Place: Wette auf einen Platz unter den ersten 3

 

Each Way: Gleichzeitige Wette auf Sieg und Platz

 

Quinella: Wette auf Platz 1 und 2 mit vier Pferden, Reihenfolge variabel

 

Exacta: Wette auf Platz 1 und 2, Reihenfolge festgelegt

 

Trifecta: Wette auf Platz 1, 2 und 3, Reihenfolge festgelegt

 

First Four: Wette auf Platz 1, 2, 3 und 4, Reihenfolge festgelegt

 

Quadrella/Quaddie: Wette auf den Sieger der letzten vier Rennen des Renntages

 

Treble: Wette auf den Sieger der letzten drei Rennen des Renntages

 

Double: Wette auf den Sieger der letzten zwei Rennen des Renntages

 

Favorit der Online-Buchmacher ist Vorjahressieger Cross Counter aus Großbritannien. Der vierjährige Wallach von Trainer Charlie Appleby geht für die Godolphin Management Co. Ltd. von Scheich Mohammed aus Dubai an den Start. Seine Siegquote wird derzeit mit 14 gehandelt.

 

Gute Chancen mit einer Quote von 16 werden auch dem Zweitplatzierten von 2018, Marmelo von Trainer Hughie Morrison, zugeschrieben. Damit liegt der Galopper des Gestüts Fairy Story Partnership gleichauf mit den Iren Constantinople und Mustajeer.

 

Twitter vs. Swift

 

Taylor Swift äußerte sich bislang nicht zu dem Sturm der Empörung, den die Ankündigung, beim Melbourne Cup auftreten zu wollen, ausgelöst hat. Ob die Sängerin ihr Schweigen beibehalten kann, scheint allerdings fraglich:

 

Unter dem #NupToTheCup folgen Tausende Twitter User dem Aufruf der Coalition for the Protection of Racehorses und fordern ihren Star auf, die Show abzusagen.