, 21.07.2021

Der Streaming-Riese Netflix hat am gestrigen Dienstag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2021 bekanntgegeben. Diese enthüllen, dass das Wachstum im Vergleich zu den vorhergehenden Quartalen deutlich stagniert hat. Angesichts der derzeitigen Entwicklungen und des zunehmenden Konkurrenzdrucks plane das Unternehmen nun den Vorstoß ins Gaming-Geschäft.

 

Anstieg der Abonnentenzahlen ausgebremst

 

Die Zahl der Abonnenten sei im zweiten Quartal dieses Jahres auf rund 209 Mio. gestiegen. Dies entspreche einem Anstieg von ca. 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im ersten Quartal 2021 hätte dieser noch bei rund 14 Prozent, im letzten Quartal des Jahres 2020 sogar noch bei 22 Prozent gelegen.

Obwohl das Wachstum von Netflix derzeit ins Stocken zu geraten scheint, sei nach Ansicht von Marktbeobachtern nicht von sinkenden Umsätzen auszugehen. Vielmehr seien die Zahlen die Folge einer Verzerrung aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie. So hatte der Streaming-Anbieter während der in vielen Ländern angeordneten Ausgangssperren im Jahr 2020 einen regelrechten Abonnenten-Boom erlebt. Mit den aktuellen Lockerungen verlangsame sich dieser außergewöhnliche Anstieg nun automatisch.

Die Umsätze seien im zweiten Quartal 2021 auf rund 7,3 Mrd. USD (ca. 6,2 Mrd. EUR) gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresquartal hätten sie somit einen Zuwachs von 19 Prozent erfahren. Dieser hätte im Vorquartal mit Umsätzen in Höhe von 7,2 Mrd. USD jedoch noch bei 24 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2020 gelegen.

 

Verhaltene Prognosen für die nahe Zukunft

 

Für das dritte Quartal 2021 sagt Netflix zwar einen Anstieg sowohl der Abonnentenzahlen als auch des Umsatzes voraus, jedoch sind die Prognosen eher verhalten. So gehe das Unternehmen davon aus, mit 212 Mio. Abonnenten und somit einem Anstieg von 9 Prozent rechnen zu können. Hinsichtlich der Umsätze prognostiziere der Streaming-Marktführer einen Anstieg um 16 Prozent auf 7,5 Mrd. USD (ca. 6,4 Mrd. EUR).

 

Die anhaltende Corona-Krise und die Entwicklung der COVID-Varianten mache es schwer, Prognosen für die nahe Zukunft zu treffen. Derzeit jedoch verlaufe die Produktion reibungslos.

 

Neben der Produktion von Serien sei die Expansion ins Gaming geplant. Hierbei wolle das Unternehmen an frühere Vorstöße im Bereich der Interaktivität anschließen. So hatte Netflix beispielsweise bereits den interaktiven Film „Black Mirror: Bandersnatch“ sowie das Stranger-Things-Spiel angeboten.

 

Das Spiele-Streaming solle nun in das bestehende Angebot integriert werden:

Wir betrachten Gaming als eine weitere, neue Kategorie für uns, ähnlich unserer Expansion in Originalfilme, Animationen und improvisierte Fernsehshows. Spiele werden, ähnlich wie Filme und Serien, im Netflix-Abonnement der Mitglieder ohne zusätzliche Kosten enthalten sein.

Zunächst werde sich der Streaming-Anbieter auf mobile Spiele konzentrieren. Wann genau das Spiele-Streaming verfügbar sein könnte, gab Netflix nicht bekannt. Bei seinem Vorstoß diesbezüglich erwartet ihn allerdings eine starke Konkurrenz von Anbietern wie Microsoft und GeForce Now.