, 15.06.2020

Der Skandal um mögliche Absprachen zwischen dem österreichischen Glücksspiel-Konzern Novomatic und hochrangigen Politikern der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) geht in die nächste Runde. Wie die Kronen Zeitung heute berichtet hat, habe bei dem FPÖ-nahen Linzer Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Josef Walch im Zusammenhang mit der „Causa Casinos “ eine Hausdurchsuchung stattgefunden.

 

Walch, der auch als Rechnungsprüfer für die Landespartei in Oberösterreich tätig sei, soll als Kontaktmann zwischen Novomatic und dem FPÖ-Staatssekretär Hubert Fuchs fungiert haben.

 

Unterlagen, die der Kronen Zeitung vorliegen und aus Ermittlerkreisen stammen sollen, erhärteten den Verdacht, dass Novomatic über Walch Einfluss auf Fuchs nehmen wollte, um sich „Online- und Casinolizenzen“ in Österreich zu sichern. Fuchs war in seiner Funktion auch für das Glücksspiel im Land verantwortlich.

In Österreichs Casino-Affäre sind noch immer nicht alle Verdächtigen und Beschuldigten identifiziert worden. Hintergrund hierfür sind nicht nur ermittlungstaktische Erwägungen. Noch immer ist die Causa Casinos eine Verschlusssache und die Gesamtzahl der verdächtigen Personen unbekannt. Erst in der vergangenen Woche mussten sich Novomatics Ex-Vorstandsvorsitzender Harald Neumann und Alexander Merwald, Geschäftsführer der Novo Equity GmbH, vor einem Untersuchungsausschuss in Wien zur Casino-Affäre äußern.

Schwere Vorwürfe gegen Novomatic-Spitze

 

Die erhobenen Vorwürfe gegen die Spitzen der Novomatic wiegen schwer. Die Ermittlungsbehörden hätten geprüft, ob Novomatic-Gründer Johann Graf und Ex-Novomatic-Chef Harald Neumann Fuchs eine finanzielle Kompensation für die Realisierung der Glücksspiellizenzen in Aussicht gestellt hätten.

 

Die brisanten Dokumenten legten nahe, dass die Novomatic-Spitzen Walch:

„den Auftrag zur Beeinflussung von Fuchs erteilten und dafür einen 50.000 Euro übersteigenden Vorteil für die Bemühungen von Walch sowie eine ,success fee‘ für den Fall der Realisierung der gewünschten Casino- bzw. Onlinelizenz in Aussicht stellten und gleichzeitig vereinbarten, dass ein ebenfalls 50.000 Euro übersteigender Teil dieser Vorteile auch Fuchs versprochen und gewährt werden sollte.“

Manfred Haimbuchner, FPÖ-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter in Oberösterreich, habe auf Anfrage der „Krone“ mitgeteilt, hinter Walch zu stehen. Er habe ihn bisher „als untadeligen Mann geschätzt.“ Über Walchs geschäftliche Tätigkeiten sei er nicht informiert.