Mittwoch, 18. Mai 2022

Neuer Februar-Umsatzrekord der Casinos in Nevada

Las Vegas Strip Luftbild Parisian Casino Eiffelturm Die Casinos in Nevada haben für den Monat Februar einen neuen Umsatzrekord aufgestellt (Bild: PxHere)

Die Casinos im US-Bundesstaat Nevada haben einen neuen Umsatzrekord für den Monat Februar aufgestellt. Wie das Wirtschafts- und Finanzmagazin Forbes [Seite auf Englisch] am Mittwoch berichtet hat, hätten die Casinos im letzten Monat insgesamt 1,1 Mrd. USD Umsatz generiert. Der bisherige Rekord-Februar war mit 1,07 Mrd. USD der Februar 2013.

Nach der langen Corona-bedingten Durststrecke im Jahr 2020 begann für Nevada vor 12 Monaten eine neue Glückssträhne. Laut Forbes habe der US-Bundesstaat seither in jedem Monat die Umsatzgrenze von 1 Mrd. USD überschreiten können. Somit sei das Jahr 2021 mit insgesamt 13,4 Mrd. USD Umsatz ein Rekordjahr für Nevada gewesen.

Vollständige Erholung von der Krise

2019 hatten die Casinos insgesamt 12 Mrd. USD Umsatz generiert. 2020 seien die Umsätze dann bis auf 7,8 Mrd. USD stark eingebrochen. Nach Ansicht von Brendan Bussmann, ein auf Gaming, Sport und Gastronomie spezialisierter Berater, sei ein Ende des Umsatz-Booms längst nicht in Sicht.

Es ist ein froher Tag für Nevada, die Glückssträhne geht weiter. So wie ich das sehe, jetzt wo wir ein Jahr mit stabilen Zahlen hinter uns haben, wurde für den Umsatz eine neue Messlatte gelegt: eine Milliarde pro Monat. Noch stoßen wir nicht gegen die Decke.“

Ähnlich optimistisch zeigt sich auch Michael Lawton, Datenanalyst bei der Glücksspiel-Aufsicht von Nevada (NGCB). Rein umsatztechnisch habe sich der US-Bundesstaat inklusive Las Vegas längst von der Corona-Krise erholt. Den neuen Umsatzrekord im Februar bezeichnet er als „kaum überraschend“.

Schließlich sei der Monat voller Events gewesen. Zum einen hätten mehrere wichtige Sport-Events, darunter der Wettrekorde generierende Super Bowl, stattgefunden. Zum anderen habe es Superstars wie Billy Joel, Metallica und Justin Bieber für Konzerte nach Sin City gezogen.

Inflation und steigende Kosten bremsen den Optimismus

Die Besucherzahlen des US-Bundesstaates lägen dennoch weiterhin niedriger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Menschen aus einigen Ländern könnten nach wie vor nicht einreisen, bspw. aus China. In der Folge habe der Umsatzanteil des zum chinesischen Neujahr vorwiegend gespielten Glücksspiels Baccarat in diesem Jahr nur bei 10,37 % gelegen. 2018 seien es 29,2 % gewesen.

Absolute „Cash Cow“ seien hingegen die Spielautomaten gewesen, die mit knapp 70 % zum Gesamtumsatz beigetragen hätten. Der Zehnjahresdurchschnitt liege bei 63,3 %, erklärt Lawton.

In Bezug auf die mittelfristige Zukunft der Glücksspiel-Branche Nevadas zeigt der Analyst sich dennoch nur vorsichtig optimistisch. Kriege, steigende Energiekosten und Inflation könnten das Wachstum jederzeit behindern.

Ich will nichts beschreien. Es passieren gerade viele makro-wirtschaftliche Dinge, die uns Gegenwind bringen. Es wäre fantastisch, wenn 1 Mrd. USD pro Monat der neue Standard wird, aber ich bin noch nicht bereit, mich festzulegen. Vielleicht wurde 2007 das gleiche gesagt. Daher bleibt in meinem Hinterkopf immer die Frage: Wann passiert das Unausweichliche?“

Bislang jedoch habe Las Vegas jede Krise überstanden. Langfristig gebe es daher wenig Grund zur Sorge. Dem pflichte auch Bussmann bei, der von einem „gigantischen Nachholbedarf“ seitens der Besucher und Glücksspieler spricht. Die Menschen dürsteten nach Unterhaltung und strömten daher in Massen nach Las Vegas.