Mittwoch, 30. November 2022

Niederländische Glücksspiel-Aufsicht zweifelt an Selbstregulierung der Branche

Niederlande, Den Haag Die niederländische Glücksspiel-Aufsicht in Den Haag kündigt eine schärfere Überwachung des Marktes an. (Bild: Pixabay/Cor Gaasbeek)

Der Direktor der niederländischen Glücksspielbehörde (KSA) hat in einem aktuellen Beitrag Bedenken an der Fähigkeit der Glücksspiel-Branche zur Selbstregulation geäußert. Zwar zeige die Kanalisierung der Spieler ins legale Glücksspiel in den Niederlanden Erfolg, jedoch gebe es immer wieder Anbieter, die die Rechtsgrenzen ausreizen würden.

Mahnungen zum Spielerschutz

Dies, so Jansen in seinem Beitrag [Seite auf Niederländisch], werfe die Frage auf, inwieweit die Branche insgesamt zur Selbstregulierung fähig sei. Zudem sei fraglich, ob einzelne Anbieter bereit seien, sich verantwortungsvoll zu verhalten. Jansen erklärte weiter:

„Dieses Verhalten sollte darin bestehen, dass man nicht versucht, schnelles Geld zu verdienen, ohne auf die möglicherweise schädlichen Auswirkungen des Glücksspiels zu achten.“

Anfang der vergangenen Woche habe Jansen bereits in seiner Rede auf der Gaming-in-Holland-Konferenz darauf hingewiesen, dass Glücksspielanbieter ihre Sorgfaltspflicht nicht ernst genug nähmen.

In seiner Rede auf der Gaming-in-Holland-Konferenz warnte Jansen die in den Niederlanden lizenzierten Glücksspiel-Betreiber vor möglichen Restriktionen. Sollten sie nicht die vereinbarten Spielerschutz-Maßnahmen ergreifen, könnten schärfere Gesetze folgen. Der Direktor der Glücksspielbehörde kündigte zudem an, dass es diesbezüglich mehr Kontrollen sowie des Online-Glücksspiels als auch der Spielhallen geben werde.

Gleichwohl denke Jansen, dass die Legalisierung des Online-Glücksspiels in den Niederlanden eine gute Entscheidung gewesen sei.

Strengeres Eingreifen der Glücksspielbehörde vorgesehen

Man dürfe sich Jansen zufolge nicht täuschen lassen. Das Online-Glücksspiel sei im Land nicht erst seit seiner Legalisierung Ende 2021 präsent. Anbieter hierfür habe es schon zuvor gegeben.

Nun jedoch sei für Menschen, die am Online-Glücksspiel teilnehmen möchten, eine sichere Umgebung vorhanden. Die Aufsichtsbehörde sehe natürlich gern, wenn alles reibungslos verlaufe und die gesetzlichen Anbieter eine sichere Umgebung garantierten. Sei dies nicht der Fall, sei jedoch ein Eingreifen erforderlich.

Dementsprechend plane die Aufsichtsbehörde, künftig zweigleisig zu fahren. Zum einen würden nun die Spielsuchtpräventionsmaßnahmen aller Lizenzinhaber sowohl auf dem Papier als auch in der Praxis geprüft. Zum anderen werde die Glücksspielbehörde sofort eingreifen, sollte dies erforderlich sein.

Ob auf das angekündigte strenge Vorgehen der KSA eine schärfere Glücksspiel-Gesetzgebung in den Niederlanden folgen könnte, lässt Jansen in seinem Beitrag unerwähnt. Denkbar ist dies jedoch vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Glücksspielpolitik in anderen Ländern Europas.

So arbeitet die britische Regierung derzeit beispielsweise an einer Überarbeitung der Glücksspielgesetze und in Belgien könnte die Glücksspiel-Werbung künftig massiv eingeschränkt werden.