Donnerstag, 30. Juni 2022

Novoline geht online: Die lustigste Glücksspiel-Werbe-Kampagne aller Zeiten?

Novoline Sitcom Theo Matteo und Kathrin

Mit der Legalisierung des Online-Glücksspiels in Deutschland sind seit Anfang Juli nach vier Jahren Unterbrechung viele bekannte Online-Slots von Novoline zurück. Während Spielern aus Deutschland noch immer nur wenige legale Online-Angebote zur Verfügung stehen, versucht Novolines neue Dachmarke Novo Interactive nun, mit einer Werbe-Kampagne der etwas anderen Art auf sich aufmerksam zu machen.

So hat das Unternehmen fünf Folgen der neuen Sitcom „Wir gehen online“ gedreht. Die knapp fünf- bis acht-minütigen Clips, die in den letzten Wochen nach und nach auf verschiedenen Social-Media-Plattformen gezeigt wurden, thematisieren den Einstieg des Unternehmens in das Online-Glücksspiel mit Humor.

Wie das Unternehmen in seiner am Mittwoch publizierten Pressemeldung betonte, müsse man als Newcomer in einem bereits stark entwickelten Markt etwas mutiger sein, was das Marketing anbelange. Tatsächlich gibt es kaum eine vergleichbare Werbekampagne wie die von Novo Interactive.

Spiele von Novoline wie Book of Ra, Sizzling Hot oder Lucky Lady’s Charm sind international sehr bekannt. Die Slots sind jedoch das Resultat einer komplexen Firmengeschichte. Die Marke Novoline gehörte ursprünglich zum österreichischen Glücksspiel-Giganten Novomatic. Die Novoline gehört jedoch heute zur deutschen Glücksspiel-Marke Löwen Entertainment, die ihrerseits seit 2003 eine aufgekaufte Tochter von Novomatic ist. Weder Novomatic noch Löwen Entertainment konnten vor 2021 jedoch legale Online-Glücksspiele in Deutschland anbieten. Um als mehr oder weniger neue Marke zu erscheinen, hat Löwen Entertainment daher in diesem Jahr die neue Tochter-Marke Novo Interactive geschaffen.

Der Running Gag: Absolute Amateure am Werk

In der „Sitcom“ von Novo Interactive geht es um sechs Hauptfiguren: Drei alteingesessene Marketing-Führungskräfte im Unternehmen und drei „hippe“ junge Mitarbeiter mit vermeintlicher Online-Kompetenz.

In der ersten Folge sehen sich Abteilungschef „Theo“ und seine zwei engsten Vertrauten „Matteo“ und „Kathrin“ ein Bewerbungsvideo von zwei jungen Männern an. Das erste Hindernis dabei ist der Wunsch des Unternehmens nach Diversität, wie sie von vielen Glücksspielunternehmen heute immer wieder in den Vordergrund gerückt wird. Oder in „Theos“ Worten:

Wir sind ja divers, also es gibt diverse Probleme in der Firma, aber wir sind auch divers, das darf man nie durcheinanderbringen.

In diesem Fall hatte das Unternehmen konkret nach einem Mann-Frau-Team gesucht. Dass einer der beiden Bewerber türkischer Herkunft ist, erscheint dem Team ein Vorteil, aber nicht ausreichen. Glücklicherweise stellt sich heraus, die beiden während ihres Bewerbungsgespräches weibliche Unterstützung erhielte. Eine WG-Mitbewohnerin flüsterte ihnen per Funk direkt ins Ohr, was sie sagen sollten.

Die Schummelei der beiden jungen Männer flog auf, die junge Frau wurde mit ins Team aufgenommen und das erste offiziellen Novoline-Online-Team war gefunden.

„Novonline“: Witz und Selbstironie statt direkter Werbung

Auch die anderen Folgen geizen nicht mit Humor und Selbstironie. So endet jede Folge damit, dass „Theo“ vor seinem Computer im Homeoffice in einer Videobotschaft die Fortschritte des Online-Launches des Unternehmens resümiert.

Auf seinem Bildschirm erscheinen immer wieder E-Mail-Benachrichtigungen und Pop-Ups, die die Storyline in unterhaltsamer Weise ergänzen sollen. Beispielsweise erscheint eine Rückmeldung des Deutschen Patent- und Markenamts, nachdem Novoline ein Patent auf das „Office Home“ beantragt hat.

Am Ende der zweiten Folge erhält Theo eine Sicherheitswarnung mit dem Hinweis „Update überfällig seit 2007“. Dies ist als Anspielung darauf zu verstehen, dass die Marke seither keine großen geschäftlichen Schritte mehr gemacht hat.

Um auch die Werbekampagne selbst mit einem Augenzwinkern zu präsentieren, berichtet am Ende des fünften Clips die fiktive Zeitung „Keine Zeit“ von „der schlechtesten Sitcom aller Zeiten“. Viele Zuschauer dürften der Einschätzung sicherlich widersprechen.

Seit Mitte der Woche können alle Folgen auf der neuen „Wir gehen Online“-Webseite von Novoline angeschaut werden.