, 29.01.2021

Der Gründer und Eigentümer des österreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic, Johann Graf (74), gibt 20 % seiner Anteile von Novomatics Dachgesellschaft Novo Invest GmbH ab. Dies berichtete am Donnerstag die österreichische Presseagentur (APA). Bislang war die Novo Invest GmbH im alleinigen Besitz Grafs. Die Dachgesellschaft hält 90 % der Anteile an der Novomatic AG.

 

Die neuen Anteilseigner seien sein Sohn Thomas Graf sowie die beiden Novomatic-Manager Birgit Wimmer und Ryszard Presch. Damit bahne sich ein „durchdachter Generationenwechsel“ im Konzern an. Die Anteilsübertragung erfolge unentgeltlich. Wie genau die 20 % auf die drei neuen Anteilseigner verteilt werden sollen, wird nicht berichtet.

 

Die Entscheidung sei zum 40. Firmenjubiläum der Novomatic erfolgt. Laut Graf selbst sei das Timing genau richtig:

Es ist ein wichtiger Schritt und der richtige Zeitpunkt, um ein langjähriges Fortbestehen in Form dieser Partnerschaft sicherzustellen

Mit Thomas Graf, Birgit Wimmer und Ryszard Presch würden „zuverlässige und erfahrene“ Personen in die Gesellschaftsstruktur eingebunden. Darüber hinaus bleibe die „einzigartige familiäre Ausrichtung“ und der „technologisch innovative Fokus“ erhalten, der das erfolgreiche Fortbestehen des Konzerns sichere.

Die neuen Anteilseigner:

  • Thomas Graf (55) ist einer der drei Söhne von Johann Graf. Er ist seit knapp 30 Jahren im Konzernmanagement tätig und der CEO der 1998 gegründeten Novomatic-Tochter Greentube.
  • Birgit Wimmer (50) ist die Geschäftsführerin der Novo Invest GmbH. Darüber hinaus ist sie die Verwaltungspräsidentin der Schweizer Holding NOVO SWISS AG und mit dieser mit 5.000 Mitarbeitern in 10 Ländern tätig.
  • Ryszard Presch (70) bildet gemeinsam mit Johannes Gratzl den Vorstand der Novomatic AG. Diesen Posten bekleidet er bereits seit 1990. Seit 2012 ist er neben Wimmer Geschäftsführer der Novo Invest GmbH und seit 2014 der Vizepräsident des Verwaltungsrates NOVO SWISS AG.

40 Jahre Novomatic: Von Gumpoldskirchen in die ganze Welt

Die Novomatic AG findet ihren Ursprung im Jahr 1980. Johann Graf gründete damals die NOVOMATIC Automatenhandels GmbH und begann mit dem Import von Flipperautomaten. Im Laufe der 80er Jahre expandierte das Unternehmen in mehrere europäische Länder sowie nach Südafrika.

 

Im Jahr 1991 wurde die 100%ige Novomatic-Tochter ADMIRAL Sportwetten GmbH gegründet. Nur zwei Jahre später war Novomatic bereits in 30 Ländern vertreten. Ins Online-Glücksspiel stieg Novomatic 2010 mit der Akquisition der Greentube-Gruppe ein.

Aber es gibt auch Schattenseiten in der Firmengeschichte von Novomatic. Für Schlagzeilen sorgt der Konzern seit geraumer Zeit im Ibiza-U-Ausschuss. Auslöser der Ermittlungen war der Satz „Novomatic zahlt alle“, den Ex-Vize-Kanzler Strache im sogenannten Ibiza-Video gesagt haben soll. Seither ermittelt der parlamentarische Ausschuss, ob Novomatic sich über Partei- und Vereinsspenden Vorteile bei der Vergabe von Glücksspiellizenzen erschlichen haben könnte.

Heute ist Novomatic ein milliardenschwerer Konzern. Eigenen Angaben zufolge erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2019 mehr als 2,6 Mrd. Euro. Aufgrund der Coronakrise brachen die Umsätze im ersten Halbjahr 2020 jedoch um 36,1% ein. Zahlen für das zweite Halbjahr liegen noch nicht vor.

 

Das Vermögen von Johann Graf selbst wird laut dem US-amerikanischen Medienunternehmen Bloomberg auf umgerechnet mehr als 8 Mrd. Euro geschätzt. Damit belegt er Platz 230 der weltweit reichsten Milliardäre und Platz 2 der reichsten Österreicher.

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