Donnerstag, 30. Juni 2022

Glücksspiel-Konzern Novomatic macht 2020 knapp 263 Millionen Euro Verlust

Novomatic Gebäude

Für den österreichischen Glücksspiel-Konzern Novomatic verlief das vergangene Jahr geschäftlich nicht sehr erfolgreich. Wie aus dem am vergangenen Freitag veröffentlichten Jahresfinanzbericht 2020 hervorgeht, erwirtschaftete Novomatic einen Verlust in Höhe von 262,8 Mio. Euro.

Umsatzverlust von rund einem Drittel

Der Verlust sei auf die Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie zurückzuführen, so Novomatic. Die Schließung von Casinos, Spielhallen und Wettbüros sowie die Absage von Sportveranstaltungen habe dazu geführt, dass der Umsatz weltweit zurückgegangen sei. Habe dieser 2019 noch bei 2,6 Mrd. Euro gelegen, sei er im Berichtszeitraum um rund ein Drittel auf 1,7 Mrd. Euro eingebrochen.

Die Umsatzrückgänge waren dem Geschäftsbericht zufolge in Europa besonders hoch. So gingen die Einnahmen in Italien (-199,3 Mio. Euro) und Deutschland (-174,4 Mio. Euro) stark zurück. Die Märkte in Osteuropa verloren 142,4 Mio. Euro, während in Österreich 112,2 Mio. Euro, in Großbritannien 89,1 Mio. Euro und in Spanien 67,4 Mio. Euro weniger erwirtschaftet wurden. Auch in den Niederlanden kam es zu einem Rückgang von 39,5 Mio. Euro.

Aufgrund der wirtschaftlichen Rückschläge habe sich auch die Gewinnsituation massiv verschlechtert, so die Novomatic-Geschäftsführung. Während 2019 unterm Strich noch ein Gewinn von 97,3 Mio. Euro erwirtschaftet worden sei, habe sich das Gesamtergebnis im vergangenen Jahr in den deutlich negativen Bereich gedreht.

Positive Entwicklung auf Kostenseite

Trotz der massiven Einbrüche bei Umsatz und Gewinn sehe sich Novomatic für kommende Herausforderungen gut aufgestellt. Grund dafür seien erzielte Kosteneinsparungen im dreistelligen Millionenbereich.

Im Jahresbericht erklärt Novomatic dazu:

Um diesem Geschäftsrückgang entgegenzuwirken, wurden konzernweit zahlreiche Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen getroffen.

So habe das Unternehmen seine Marketingausgaben Corona-bedingt von 120 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 77 Mio. Euro im vergangenen Jahr zurückgefahren. Gleichzeitig habe man die Personalkosten von 772,8 Mio. Euro auf 606,9 Mio. Euro drücken können.

Diese Maßnahmen hätten mit dazu beigetragen, die Nettoverschuldung um 10,2 % zu reduzieren. Trotz dieser Erfolge sei bei der Hauptversammlung beschlossen worden, für das Geschäftsjahr 2020 keine Dividende auszuschütten.

Für die Zukunft sehe sich Novomatic jedoch gut gerüstet. Man erwarte, die Umsatz- und Ergebnisverluste aus 2020 in diesem Jahr zumindest teilweise wieder aufholen zu können.