, 15.03.2021

Thüringen und Berlin haben am Donnerstag dem Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) 2021 zugestimmt. Damit gaben bereits neun Bundesländer grünes Licht. Nun könnten bald wieder klassische Online-Casinospiele wie Roulette und Blackjack zurückkehren, berichtete die BZ am Freitag.

 

Laut dem GlüStV ist das Angebot virtueller klassischer Casinospiele an einige Auflagen gebunden. Zudem obliege die Konzessionierung von Online-Roulette und -Blackjack den einzelnen Ländern.

Am 15. Oktober 2020 begann die Übergangsphase. Die Glücksspielanbieter begannen, ihre Angebote den Vorgaben des GlüStV anzupassen. Deutschen Online Glücksspielern steht seitdem nur ein stark reduziertes Spielangebot zur Verfügung.

 

So wurden alle Bankhalterspiele wie Roulette und Blackjack sowie Live-Casinos entfernt. Auch progressive Jackpot-Spiele sind nicht mehr verfügbar. Derzeit sind die Online-Glücksspielangebote auf Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten beschränkt.

Online-Casinospiele sind Ländersache

Laut dem GlüStV orientiere sich die neue Regulierung an der im terrestrischen Bereich bereits üblichen Unterscheidung von Spielbanken und Spielhallen. So werde zwischen virtuellen Automatenspielen und Online-Poker auf der einen Seite und Online-Bankhalterspielen wie Roulette und Blackjack differenziert.

 

Während Poker und Spielautomaten in unbegrenzter Anzahl angeboten werden dürften, unterliege das Online-Casinospiel dem Landesrecht. Das bedeutet, die einzelnen Länder könnten Online-Roulette, -Baccarat, -Blackjack und Casino Holdem online entweder selbst veranstalten oder die Konzession dafür erteilen.

 

Allerdings soll sich die Anzahl der Konzessionen für Online-Casinospiele an der Anzahl der Konzessionen für terrestrische Spielbanken orientieren. So ist unter Abschnitt III des Glücksspielstaatsvertrags zur Regulierung der Online-Casinospiele (§ 22c) folgendes festgelegt:

Die Anzahl der Konzessionen für Online-Casinospiele ist auf die Anzahl der Konzessionen für stationäre Spielbanken beschränkt. […] Diese Höchstzahl der Konzessionen gibt den Ländern die Möglichkeit, ihr Regelungssystem für Online-Casinospiele in kohärenter und systematischer Weise an jenem für Spielbanken auszurichten und auf ihr jeweiliges Spielbankrecht angepasste Lösungen für in das Internet übertragene Tischspiele zu finden.

Weiterhin heißt es, dass die Länder selbst festlegen könnten, ob die Veranstaltung der virtuellen Casinospiele durch das Land selbst, durch staatliche Gesellschaften oder durch private Unternehmen erfolge.

 

Landesrechtlichen Regelungen unterliege auch die Entscheidung, welche und wie viele Online-Casinospiele angeboten würden. Laut GlüStV gälten sowohl virtuelle Nachbildungen von Bankhalterspielen als auch Live-Übertragungen eines terrestrisch durchgeführten Bankhalterspiels als Online-Casinospiele. Demnach dürften auch Live-Casinos bald wieder verfügbar sein.

 

Steigen deutsche Spielbanken ins Online-Geschäft ein?

Die Spielbank Baden-Baden hat auf die Neuerungen reagiert, nachdem Anfang Februar auch der baden-württembergische Landtag dem GlüStV zugestimmt hatte. Laut einer Meldung der Badischen Neuesten Nachrichten erwäge der Betreiber des Casinos, das Online-Geschäft zu einem zweiten Standbein machen zu wollen.

 

So erklärte Thomas Schindler von der Baden-Württembergische Spielbanken GmbH, dass man diesen Geschäftszweig nicht nur den Online-Anbietern überlassen wolle. Schindler erklärte:

Wir gehen davon aus, dass unsere Kompetenz in die digitale Welt reicht, damit auch online das Spiel geregelt verläuft – wie gefordert. Im Hybrid-Modell einer konzessionierten Spielbank könnte ein Spielformat das andere antreiben.

Dennoch biete das stationäre Casino deutliche Vorteile, denn die Gäste kämen nicht nur, um zu spielen, sondern auch wegen der zusätzlichen Unterhaltungsangebote wie Shows, Lesungen und Konzerte. Dies sei mit dem Spiel zu Hause allein am Monitor nicht vergleichbar.

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