, 10.04.2020

Die gesetzliche Lage rund um das Online-Glücksspiel in Indien ist derzeit alles andere als transparent. Da sich jedoch auch Indien seit einigen Wochen im landesweiten Corona-Lockdown befindet, scheint dort der Online-Glücksspiel-Markt ebenfalls mehr denn je zu boomen.

 

Das zypriotische Online-Glücksspiel-Unternehmen Soft2Bet hat daher erst am Donnerstag per Pressemitteilung angekündigt, den indischen Markt mit vier neuen Online-Glücksspiel-Webseiten zu betreten.

 

Über die Glücksspiel-Plattformen Wazamba, Rabona, Nomini und Campobet sollen Casinospiele und Sportwetten angeboten werden. Der derzeit attraktive indische Markt könnte jedoch kurz vor einem rechtlichen Wandel stehen.

Grundsätzlich gilt in Indien noch heute der von den britischen Kolonialherren eingeführte Public Gaming Act von 1867, nach dem fast alle Formen des Glücksspiels verboten sind. Drei indische Staaten jedoch haben innerhalb ihrer Grenzen landbasierte Casinos erlaubt: Goa, Daman und Sikkim. Insgesamt gibt es heute 20 legal operierende Casinos im Land.

Politiker und Juristen fordern eine Überholung der bestehenden Glücksspiel-Gesetze, denn diese ließen sich oft kaum oder gar nicht auf das Online-Glücksspiel anwenden. Auch wird die Forderung immer lauter, Online-Glücksspiel-Anbieter in gleichem Maße zu besteuern wie landbasierte Casinos.

 

Legalisierung und Besteuerung gefordert

Der Staat Sikkim hat bislang als einziger ein Sondergesetz verabschiedet, welches die Regulierung von Online-Casinos innerhalb der Staatsgrenzen vorsieht. Immer mehr Glücksspiel-Unternehmen konnten somit erstmals legal den indischen Markt betreten.

 

Bezüglich des geforderten Steuersatzes bestehen jedoch wesentliche Unterschiede zwischen Online- und landbasierten Casinos. Letztere müssen gemäß dem standardisierten Steuersatz für Güter- und Servicedienstleister (GST) 28 % Steuern zahlen.

 

Online-Casinos jedoch fallen nicht in diese Kategorie, da das Glücksspiel hier die einzige Einnahmequelle ist und nicht wie in landbasierten Casinos mit Gastronomie und dem Hotelgewerbe verknüpft werden kann.

 

Der Steuerunterschied scheint jedoch insgesamt das kleinere Problem zu sein. Problematischer seien nach Ansicht von Rechtsexperten jene ausländischen Online-Casinos, die gänzlich über keine Lizenz aus Indien verfügen.

 

Die Regierungsbehörde Law Commission of India empfiehlt schon seit 2018 die Legalisierung und Regulierung des Online-Glücksspiels [Videolink auf Englsich]. Anwältin Ranjana Adhikari erklärt:

Der Schwarzmarkt ist in den letzten sieben Jahren stark gewachsen. Steuergelder gehen verloren und Menschen, die bereits am Glücksspiel teilnehmen, riskieren den Verlust ihres Geldes, denn sie können nicht geschützt oder auf verantwortungsvolles Glücksspiel hingewiesen werden. Eine Legalisierung könnte all das ändern.

Die indische Regierung hat bislang jedoch keine Entscheidung getroffen. Da eine potenzielle Legalisierung des Marktes jedoch immer mehr in den politischen Fokus rückt, könnte das Online-Glücksspiel in Zukunft auch in Indien legal werden.

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