, 31.05.2020

Ein 27-jähriger österreichischer Paketzusteller ist vom Villacher Bezirksgericht wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls und Veruntreuung kürzlich zu 20 Monaten Haft verurteilt worden. Dem Mann wurde zur Last gelegt, im Rahmen seiner Tätigkeit als Paketbote mehrere Monate Smartphones und Kleidung gestohlen zu haben. Pathologisches Glücksspiel soll der Grund für den Diebstahl gewesen sein.

 

Der Beschuldigte soll bereits in den Paketverteilerzentren Hand an die Päckchen gelegt haben. Wenn er der Annahme gewesen sei, dass sich im Päckchen ein Smartphone befunden habe, soll er dieses entnommen und durch ein minderwertiges Gerät ersetzt haben, um den Diebstahl zu verschleiern.

 

Ähnlich soll der Beklagte vorgegangen sein, wenn er hochpreisige Markenkleidung oder Taschen im Inneren der Pakete vermutete. Darüber hinaus soll er bereits von Kollegen zugestellte Ware an sich genommen haben, zum Beispiel an Packstationen.

 

Anschließend soll er die Artikel im Internet verkauft haben. Der Angeklagte gab an, er habe durch den Verkauf des Diebesguts im Internet sein Spiel an den Automaten im Casino finanziert.

 

Aufwändige Ermittlungen führten zum Täter

Anfangs seien die Diebstähle nicht aufgefallen. So soll der Beklagte sich von Februar bis November 2019 ungestört an den Päckchen der Kunden bereichert haben. Erst als eine größere Lieferung mit teuren Smartphones verschwunden sei, seien Ermittlungen aufgenommen worden.

Die Ermittlungen, die zum Täter führten, seien laut den Polizeibeamten nicht leicht gewesen, zumal die meisten Kunden keine Anzeige erstatteten. Grund dafür sei laut dem Nachrichtenmagazin ORF, dass abhandengekommene Waren von den Versandhäusern meist ersetzt würden.

 

Dass der Diebstahl nicht sofort entdeckt worden sei, sei ebenfalls der Tatsache geschuldet, dass der Online-Handel stark zugenommen habe. Allein im Jahre 2019 soll die Post in Österreich rund 125 Millionen Pakete aus aller Welt transportiert haben.

Es häufen sich Beschwerden von Kunden, die ihre online getätigten Einkäufe nicht erhalten haben. Der Pressesprecher der Post in Österreich, David Weichselbaum, erklärt, dass sich Kunden vor Diebstahl schützen könnten, indem sie besonders hochpreisige Ware als sogenannte Wertsendung verschickten:

„Diese Sendungen werden speziell beaufsichtigt transportiert und nur von Hand zu Hand übergeben. Die Post haftet in diesen Fällen bis zum angegebenen Wert, der dem tatsächlichen Verkehrswert entsprechen muss.“

Mit der Tracking-Funktion könnten Absender und Empfänger auch kontrollieren, wo sich die Sendung aktuell befinde und gegebenenfalls Nachforschungen einleiten, wenn das Paket nicht termingerecht beim Adressaten ankomme.