, 26.03.2021

Der ehemalige Finanzvorstand der Casinos Austria AG, Peter Sidlo, ist am Donnerstag zum zweiten Mal vor Gericht erschienen, um von seinem ehemaligen Arbeitgeber 2,3 Mio. Euro Gehaltsansprüche einzuklagen. Sidlo hatte den Rechtsweg eingeschlagen, nachdem er im Rahmen der Causa Casinos von seinem Posten hatte zurücktreten müssen.

 

Im österreichischen Untersuchungsausschuss betreffend mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung (Ibiza-U-Ausschuss) spielte der FPÖ-nahe Manager nämlich von Beginn an eine zentrale Rolle.

Der Ausschuss geht unter anderem der Frage nach, ob die Novomatic als damalige Mehrheitseignerin der CASAG im Jahre 2019 aktiv für die Bestellung Sidlos in den Finanzvorstand gesorgt habe, um sich Vorteile in Bezug auf die Vergabe von Glücksspiellizenzen zu sichern.

 

Aufgrund dieser schweren Vorwürfe musste Sidlo seinen Posten nach nur kurzer Zeit aufgeben, obwohl sein Vertrag erst im April 2022 hätte auslaufen sollen. Daraus seien Gehaltsansprüche inklusive zugesagter Bonuszahlungen von insgesamt 2,3 Mio. Euro entstanden.

Kaum Fortschritt am zweiten Prozesstag

Doch nun kämpft Sidlo in eigener Sache. Die Causa Casinos und die Causa Sidlo überschneiden sich dabei an einer zentralen Stelle: In beiden Fällen versucht der Ex-Vorstand darzulegen, dass er auf legitimem Wege in sein damaliges Amt gekommen war.

 

Wie die Zeitung Kurier am Donnerstag berichtet hat, habe die zweite Anhörung Sidlos vor dem Handelsgericht Wien jedoch nur wenig zur Klärung beigetragen. Als Zeugen erschienen seien die Anwältin Elisabeth Stern, die von 2018 bis 2020 im Novomatic-Vorstand gewesen sei, sowie der Anwalt Georg Schima, der im Rahmen der Causa Casinos Untersuchungsberichte bezüglich Peter Sidlo verfasst habe.

 

Stern habe lediglich die Information liefern können, dass Sidlo im September 2019, kurz nachdem die Vorwürfe gegen ihn publik geworden seien, „auf Urlaub gegangen“ sei. Dies sei jedoch eine „dienstrechtliche Angelegenheit“ für das Aufsichtsratspräsidium. Diesem gehöre sie nicht an.

 

Schima hingegen hätte zum Prozess kaum etwas beitragen können, da er „von den Casinos Austria nicht von seiner Verschwiegenheitspflicht entbunden worden“ sei.

 

CASAG-Chefin als nächstes im Verhör

Sidlo selbst sei indes ebenfalls vom Gericht befragt worden. In Bezug auf die von ihm eingeklagten Gehaltsansprüche habe die Richterin sich nach seinem aktuellen Einkommen erkundigt. Sidlos Anwalt habe die Frage mit der Begründung abblocken wollen, dass diese einen „höchstpersönlichen Lebensbereich betreffe“.

 

Den Einwand habe die Richterin jedoch nicht gelten lassen. Sidlo habe schließlich erklärt, dass er derzeit als Unternehmensberater einen monatlichen Bruttoumsatz von zwischen 3.000 und 5.000 Euro generiere. Sein Einkommen sei seit ungefähr einem Jahr „unregelmäßig“ und „nicht sehr hoch“.

 

Die von ihm geforderten 2,3 Mio. Euro lägen somit zweifelsohne deutlich über seinen aktuellen Einkünften. Ob er die Entschädigung jedoch tatsächlich mit Erfolg einklagen wird, bleibt abzuwarten. Am 29. April solle der Prozess in die dritte Runde gehen.

 

Dann seien die CASAG-Chefin Bettina Glatz-Kremsner und Ex-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner als Zeugen geladen. Auf Ex-Novomatic-Chef Harald Neumann werde anders als ursprünglich geplant verzichtet, da dieser derzeit in Australien sei.