Sonntag, 02. Oktober 2022

Peter Wright gewinnt die World Darts Championship 2022

Michael Smith, Peter Wright. Pokal Peter Wright ist der Sieger der Darts-Weltmeisterschaft 2022. (Bild: twitter.com, PDC)

Die William Hill World Darts Championship 2021/2022 ist am Montagabend im Londoner Alexandra Palace zu Ende gegangen. Peter „Snakebite“ Wright (51) aus Schottland konnte sich im Finale gegen den Engländer Michael „Bully Boy“ Smith (31) mit 7-5 durchsetzen.

Nach seinem Erfolg im Jahre 2020 nimmt der Schotte nun innerhalb von drei Jahren zum zweiten Mal den Titel des Darts-Weltmeisters mit nach Hause. Zudem erhält Wright ein Preisgeld von 500.000 GBP und den begehrten Sid Waddel-Pokal. Der Zweitplatzierte Smith gewinnt trotzdem ganze 200.000 GBP.

Die Buchmacher lagen somit richtig mit ihrer Prognose. Mit einem leichten Vorteil wurde für Peter Wright eine Wettquote von 1,8 geboten. Für einen Sieg von Michael Smith lagen die Odds bei 2,1.

Ein sehr emotionaler und zu Tränen gerührter Wright lobte nach seinem spektakulären Sieg seinen Gegner und bezeichnete Smith als „Zukunft des Dartsports“:

Es geht nicht um mich, es geht um die Zukunft des Darts und dieser Mann hat mich heute reingelassen. [Anmerkung der Redaktion: d.h. er hat es mir ermöglicht, heute zu gewinnen]. [...] Ich bin offensichtlich völlig aus dem Häuschen, dass ich es geschafft habe.

Peter Wright

Der Schotte Peter Wright ist bekannt für seine auffälligen Frisuren. ((Bild: twitter.com)

Smith verpasste den Titel bereits zum zweiten Mal. Der Engländer erreichte im Jahre 2019 das Finale, musste sich allerdings gegen den Niederländer Michel van Gerwen geschlagen geben.

Ein spektakulärer Darts-Krimi

Wright und Smith lieferten sich einen Kampf mit herausragenden Leistungen. Die rund 3.000 Zuschauer im Londoner Ally Pally verfolgten gebannt einen aufregenden Darts-Krimi.

Ein Rekord und eine peinliche „Kneipenrunde“

Smith glänzte im Finale mit einem neuen Rekord und entthronte damit den Schotten Gary Anderson. Smith gelang es, 83-mal die maximale Punktzahl von 180 in einem Match zu erreichen. Damit übertraf er Andersons Rekord von der WM 2017, bei der dieser das Maximum 71-mal erreicht hatte.

Michael Smith Rekord

Michael Smith erreichte 83-mal die maximale Punktzahl in einem Match. (Bild: twitter.com PDC)

Doch bevor die beiden Kontrahenten mit Spitzenleistungen brillierten, kassierten sie in der ersten Runde, die mit einem Average von lediglich 82 Punkten beendet wurde, jede Menge Spott der Fans.

So benötigte Smith neun Versuche, um die anvisierte Doppel-1 zu treffen. Auch Wright bekleckerte sich nicht mit Ruhm. Er traf erst bei seinem 14. Versuch. In einem Twitter-Post bezeichnete der Darts-Journalist Dan Dawson diese Spielphase als „Pub-Leg“, also ein Spiel auf „Kneipen-Niveau“.

Während des gesamten Matches blieb es eng zwischen den beiden Top-Spielern. Nachdem Snakebite in den ersten beiden Sätzen eine Führung von 2:0 erreicht hatte, bekam Smith seine Nerven besser in den Griff und schaffte den Ausgleich zum 2:2.

Der „Bully Boy“ ging im fünften Satz sogar kurzzeitig in Führung, doch Wright gelang es, den Ausgleich zu holen. Im zehnten Durchgang stand es dann 5:5. Der Schotte legte schließlich den Turbo ein und spielte im elften und zwölften Durchgang überaus stark, was ihm den Sieg einbrachte.

Darts WM 2022: Spannende Wettkämpfe mit Hindernissen

Jede Menge spannende Ereignisse begleiteten die William Hill World Darts Championship 2022. Auch das Coronavirus könnte Einfluss auf den Ausgang des wichtigsten Darts-Turniers des Jahres gehabt haben. So wurden einige Top-Spieler positiv getestet, darunter auch der Niederländer und Weltranglistenerste Michael van Gerwen.

Der 32-Jährige gehörte zu den Top-Favoriten auf den Weltmeistertitel. Mit seinem Ausscheiden am 28. Dezember konnte sein Gegner, der Engländer Chris Dobey, kampflos ins Achtelfinale einziehen. Neben van Gerwen wurden auch sein Landsmann Vincent van der Voort sowie der Engländer Dave Chisnall positiv getestet. Auch sie mussten vorzeitig ihre Teilnahme beenden.

Michael van Gerwen

Michael van Gerwens Teilnahme stand dieses Jahr unter keinem guten Stern. (Bild: twitter.com)

Dieses Ereignis sollte jedoch noch weitere Wellen schlagen. Wie die britische Zeitung The Sun [Seite auf Englisch] am Montag berichtete, soll sich PDC-Chef Barry Hearn über „ignorante Stars“ und Dinner-Meetings der niederländischen Spieler echauffiert haben.

Van Gerwen und van der Voort wurden positiv getestet, nachdem sie sich zu einem Essen in einem Restaurant getroffen hatten. Als van Gerwen sich daraufhin über die laxen Gesundheits- und Sicherheitsprotokolle beschwerte und das Ally Pally als „große Corona-Bombe“ bezeichnete, konterte Hearn mit dem Vorwurf, dass sich van Gerwen und van der Voort auf fahrlässige Weise dem Virus ausgesetzt hätten:

In den sozialen Medien sehe ich Vincent van der Voort und Michael van Gerwen in einem Restaurant, wie sie in ein Hotel gehen. Ich würde sagen, nicht der klügste Schachzug, oder?

Die WM lief für den niederländischen Star-Spieler von Anfang an nicht optimal, denn gleich bei seinem ersten Match passierte eine peinliche Panne, wusste die Welt zu berichten.

Als es im Alexandra Palace brodelte und van Gerwens Gegner Chas Barstow auf der Bühne bereitstand, suchte der Niederländer nach seinen Pfeilen. Die Organisatoren hatten sie schlichtweg vergessen.

Van Gerwen machte seinem Ärger Luft und kommentierte:

Ein wirklich dämlicher Fehler von den Leuten hier. Das sind Amateure. So etwas habe ich noch nie erlebt, und schon gar nicht bei der Weltmeisterschaft. […]

Auch die erste Runde verlief nicht optimal für van Gerwen und er musste sich dem Engländer geschlagen geben. Zwar konnte van Gerwen das Match am Ende mit 3:1 für sich entscheiden, doch nach Weihnachten setzte das Coronavirus seiner Teilnahme ein endgültiges Ende.