, August 16, 2018

Philipp Lahm soll Organisationschef für EM 2024 werden

Philipp Lahm soll Organisationschef für EM 2024 werden (Bildquelle: FIFA)

Wenn Deutschland den Zuschlag für die Fußball Europameisterschaft 2024 erhält, soll der ehemalige deutsche Nationalspieler Philipp Lahm (34) der Chef des Organisationskomitees werden.

 

 

DFB macht Philipp Lahm zum EM Organisationschef

 

Am Mittwoch berichtete das Fachmagazin „kicker“ über eine spannende Personalentscheidung des Deutschen Fußball-Bundes. Sollte die EM 2024 in Deutschland stattfinden, wird Philipp Lahm Chef des Organisationskomitees.

 

Der Ex-Weltmeisterkapitän wurde laut SID-Informationen schon lange für diese wichtige Rolle ins Auge gefasst. Seit 2017 war Lahm Botschafter der EM-Kampagne und repräsentierte Deutschland bei der Bewerbung um den Zuschlag für 2024.

 

Philipp Lahm wünschte schon länger eine engere Kooperation mit dem DFB und strebte nach eigener Aussage danach, „langfristig Verantwortung zu übernehmen“. Als Chef der Turnierorganisation erwarten den EURO-Botschafter wichtige Aufgaben.

 

Nicht nur wird Philipp Lahm der erste Ansprechpartner der UEFA, sondern auch Kopf eines Teams, welches er in engster Abstimmung mit der UEFA strukturieren und personell aufstellen wird.

 

Der DFB-Präsident Reinhard Grindel äußerte sich sehr positiv über die bevorstehende Zusammenarbeit:

 

Die Entscheidung, Philipp Lahm langfristig an den Verband zu binden, ist in enger Abstimmung und mit breiter Zustimmung des DFB-Präsidiums und Vertretern aus der Bundesliga gefallen. Philipp Lahm hat als Botschafter bislang einen hervorragenden und engagierten Job gemacht, und ich bin überzeugt, dass dies auch über den 27. September hinaus der Fall sein wird.

 

Während seiner Tätigkeit als OK-Chef wird Lahm zusätzlich auch ein kooperiertes Mitglied des DFB-Präsidiums sein. Dort erhält er zunächst kein Stimmrecht, soll aber auch über die EM hinaus seine Kompetenzen bei Sportthemen einbringen.

 

 

Beste Voraussetzungen für Karriere in Fußballpolitik

 

Die Absicht, eine Karriere in der Fußballpolitik zu starten, hatte der Ex-Weltmeister schon länger. Nach der Saison 2016/2017 beendete Philipp Lahm seine aktive Karriere als Spieler.

 

Der 34-jährige ehemalige Abwehr- und Mittelfeldspieler kann auf eine glänzende Karriere zurückblicken. Bereits mit 12 Jahren spielte er für die Jugend des FC Bayern München.

 

 

Philipp Lahm bewies sein Talent in insgesamt 385 Bundesligaspielen sowie 113 Länderspielen für Deutschland. Insbesondere der FC Bayern München hat seinem ehemaligen Top Spieler viele Tore zu verdanken.

Spieler-Profil des Top Fußballers bei „kicker"

Spieler-Profil des Top Fußballers bei „kicker”

 

 

In die Bundesliga schaffte er es 2003 zunächst mit dem VfB Stuttgart, wechselte aber 2005 zurück zum FC Bayern München. In der deutschen Nationalmannschaft war er seit 2004 Stammspieler auf der Position des linken Verteidigers.

 

Auch für die WM 2014 wurde er von Joachim Löw in den Kader berufen und verhalf dem deutschen Team als Kapitän zum Sieg. Vier Tage nach dem Endspiel verkündete er dann aber seinen Rücktritt aus dem Nationalteam.

 

Dass Lahm sich für verantwortungsvolle Positionen eignet, beweist auch sein unternehmerisches Talent. So ist er seit 2017 der erfolgreiche Alleininhaber der Sixtus Werke, welches ein Hersteller von Pflegeprodukten ist.

 

 

 

 

Entscheidung der UEFA Funktionäre steht noch aus

 

Ob die Fußball Europameisterschaft im Jahr 2024 in Deutschland stattfindet, werden die UEFA Funktionäre am 27. September endgültig entscheiden. Nach dem Rückzug der Bewerbungen einiger nordischer Länder ist die Türkei Deutschlands einziger Mitbewerber.

 

Weder der deutsche DFB Chef Grindel noch sein türkischer Amtskollege Servet Yardımcı dürfen bei der Wahl ihre Stimmen abgeben. Somit bleiben 18 wahlberechtigte Funktionäre.

 

DFB Chef Grindel (links) und Ex-Nationalspieler Özil (rechts

DFB Chef Grindel (links) und Ex-Nationalspieler Özil (rechts) (Bildquelle: goal.com)

Bisher ist noch unabsehbar, welches der beiden Länder den Zuschlag erhält. Der DFB hat weitere sechs Wochen lang die Chance, die UEFA mit seiner Werbekampagne zu überzeugen. Aber auch die Türkiye Futbol Federasyonu rührt weiter die Werbetrommel.

 

Nach dem Skandal um Özils Rücktritt hoffte die Türkei, daraus einen Vorteil für sich ziehen zu können. Yardımcı sagte dem Magazin „Inside World Football“ in dem Zusammenhang, dass er hoffe, die Angelegenheit wirke sich zugunsten der Türkei aus.

 

 

 

Beide Länder haben gute Chancen

 

Für die Türkei wäre 2024 das erste Mal, eine EM auszutragen. Bisherige Bewerbungsversuche von 2008, 2012 und 2016 waren gescheitert und die ursprünglich vorgesehene Bewerbung für 2020 zurückgezogen.

 

Der Grund für den Rückzug der Bewerbung war, dass die Türkei sich intensiver auf die Bewerbung um die Austragung im Jahr 2024 konzentrieren wollte. Die EM erstmalig in ihr Land zu holen könnte für die Türkei eine hervorragende wirtschaftliche Chance sein.

 

Das WM-Finale 2006 fand in der Münchener Allianz Arena statt

Das WM-Finale 2006 fand in der Münchener Allianz Arena statt (Bildquelle: Allianz Arena)

In Deutschland bekundeten 14 Städte ihr Interesse, Spiele der EM auszutragen. Die Spiele würden in Deutschlands größten Stadien wie unter anderem dem Berliner Olympiastadion, dem Dortmunder Signal Iduna Park oder der Münchener Allianz Arena stattfinden.

 

Auch die Türkei verfügt über eine Vielzahl großer Stadien und wählte 15 Städte als Austragungsort der Fußballspiele. Insgesamt haben die Stadien jedoch eine geringere Kapazität als die Deutschlands und einige befinden sich noch in der Bauphase.

 

Deutschland hat der Türkei gegenüber den Vorteil, im Jahr 2006 eine überaus erfolgreiche Weltmeisterschaft ausgetragen zu haben. Organisationschef war damals Franz Beckenbauer und Deutschland erhielt weltweit großes Lob für seine Gastfreundschaft.

 

Für beide Länder wäre der Zuschlag für die Europameisterschaft 2024 ein immenser Gewinn. Bis zur Entscheidung Ende September bleibt es spannend und sowohl der DFB wie die TFF werden alles daran setzen, das Rennen für sich zu entscheiden.