, 17.11.2019

Nach dem Verlust von 3.500 US-Dollar beim Poker soll ein 21-Jähriger US-Amerikaner Anfang November seinen Kontrahenten getötet haben. Dies legt ein in dieser Woche veröffentlichter Bericht der Polizei von Pasco County im US-Bundesstaat Florida nahe. Die Mutter des Verdächtigen hatte die Polizei alarmiert, nachdem sie Blutspuren in ihrer Garage gefunden hatte.

 

Leiche in brennendem Fahrzeug

 

Michael P. aus St. Petersburg, Florida, wird sich in Kürze wegen Mordes vor Gericht verantworten müssen. Nachdem der 21-Jährige bereits am 2. November festgenommen worden war, veröffentlichte das Sheriffs Office von Pasco (Seite auf Englisch) in dieser Woche Details zum mutmaßlichen Mord an einem namentlich nicht genannten Bekannten von Michael P.

 

Hintergrund für die Tat soll der Verlust von insgesamt 3.500 US-Dollar beim Poker gewesen sein.

Das Opfer war am 30. Oktober von seiner Mutter als vermisst gemeldet worden. Nur zwei Tage später wurde die Polizei zu einem brennenden Fahrzeug nahe des Key Vista Naturparks gerufen. Auf dem Fahrersitz des als gestohlen gemeldeten Mietwagens befand sich die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche des Vermissten.

 

Die spätere gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass das Opfer erschossen worden war. Geschosse fanden sich unter anderem im Fahrersitz des Wagens.

 

Motiv Pokerverluste?

 

Spielkarte Ass mit Totenkopf

Wurde das Pokerspiel dem Opfer zum Verhängnis? (Quelle:pixabay.com/Alexas_Fotos)

Schnell kamen die Ermittler auf die Spur des nun in Untersuchungshaft sitzenden Michael P. Die Mutter des Getöteten hatte angegeben, ihren Sohn gemeinsam mit ihm in dem später gefundenen Mietwagen wegfahren gesehen zu haben.

 

Ein weiterer Zeuge erklärte, nur wenige Tage zuvor gemeinsam mit dem Verdächtigen und dem Opfer an einem Pokerspiel teilgenommen zu haben. Hierbei habe der Verdächtige eine Summe von 1.000 US-Dollar an den Getöteten verloren. Dessen Weigerung, P. das Geld zurückzugeben, habe diesen stark verärgert.

 

Am nächsten Tag habe der 21-Jährige dann erfolglos versucht, das Geld in einer weiteren Pokerrunde zurückzugewinnen. Anstatt die Verluste auszugleichen, habe er aber weitere 2.500 US-Dollar an seinen Gegner verloren.

 

Nachdem er insgesamt 3.500 Euro habe abschreiben müssen, so der Zeuge, habe Michael P. begonnen, ihm Textnachrichten zu senden, in denen er Mordphantasien geäußert habe.

 

Während eines Telefonats, bei dem auf Seiten des Zeugen auch das spätere Opfer anwesend gewesen sei, habe Michael P. zudem geäußert, darüber nachzudenken, den Bekannten zu erschießen.

Im US-Bundesstaat Florida ist der Betrieb privater Glücksspielstätten verboten. Nicht unter die Bestimmungen fällt hingegen das private Kartenspiel, wie beispielsweise Poker, um Geld. Dieses ist erlaubt, solange die Teilnehmer bestimmte Regeln einhalten. So darf nur um Kleinstbeträge gespielt werden und der Pot die zehn US-Dollar nicht übersteigen. Weiterhin ist das Erheben von Eintrittsgeldern oder anderen Gebühren verboten.

Kein perfektes Verbrechen

 

Der schnelle Ermittlungserfolg der Fahnder dürfte nicht nur auf die wenig subtilen Ankündigungen von Michael P. zurückzuführen sein. Auch das Nachtatverhalten des Mannes machte ihn schnell zum Hauptverdächtigen im Mordfall. So meldete sich seine Mutter am 1. November beim örtlichen Polizeirevier. Ihr waren eine Vielzahl von Blutspritzern in ihrer Garage aufgefallen.

 

Im Gespräch mit lokalen Medien erklärte Coredia P. später, warum sie ihre Entscheidung, die Polizei einzuschalten, nicht bereue:

Ich denke, es ist das Beste für die Menschen, die verletzt wurden und einen geliebten Menschen verloren haben, und für meine Familie, die verletzt wurde, weil wir einen geliebten Menschen verloren haben, dass an diesem Punkt einfach alles irgendwie weitergeht.

Während die Beamten die Spuren vor Ort untersuchten, so der Report, habe Michael P. seine Mutter angerufen. Im Verlauf des Telefonats habe er erklärt, sich beim Betanken seines Wagens verbrannt zu haben. Damit widersprach er einer vorherigen Aussage:

 

Bei einer ersten Befragung zum Verschwinden und vor dem Fund des Opfers waren den Ermittlern Brandwunden an den Beinen von Michael P. aufgefallen. Auf Nachfrage habe er erklärt, seine Freundin habe ihn im Streit mit heißem Öl attackiert.

 

Der Polizei in die Arme gelaufen

 

Kurz nach dem Gespräch kehrte Michael P. zum Haus seiner Mutter zurück und wurde dort von den schon wartenden Beamten empfangen. Diese stellten fest, dass das Auto, mit dem 21-Jährige vorfuhr, ebenfalls als gestohlen gemeldet worden war.

 

Im Inneren fanden die Polizisten eine Schusswaffe. Bei der späteren ballistischen Untersuchung stellte sich heraus, dass die in dem ausgebrannten Wagen gefundenen Patronenhülsen zu der Waffe passten. Zum genauen Tatablauf machten die Behörden keine Angaben.

 

Wann der Prozess gegen Michael P. beginnen wird, steht bislang nicht fest. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht dem 21-Jährigen, der zuvor bereits mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geriet, eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Aussicht auf Bewährung.

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