, February 18, 2019

Online-Pokeranbieter PokerStars hat Änderungen bezüglich seines Belohnungssystems bekanntgegeben. Der größte Online-Pokerraum der Welt vergibt seit dem 15. Februar 2019 statt 100 nur noch 45 Prämienpunkte für jeden gezahlten US-Dollar Turniergebühr. Die Neuerungen sorgten für Frustration bei Vielspielern und führten sogar zu Boykottaufrufen gegen das Unternehmen.

 

Durch die 55%ige Einsparung wird es für Turnierspieler schwerer, Bonustruhen freizuspielen, die vor 18 Monaten das alte PokerStars-Belohnungssystem ablösten.

 

Laut Severin Rasset, Direktor für den Bereich Poker und Innovation, will PokerStars mit dem Schritt das Spielerlebnis seiner Kunden auf konstant hohem Niveau halten und gleichzeitig andere Bereiche seiner Operationen ausbauen.

 

In einem Beitrag für den PokerStars-Blog (Link auf Englisch) teilte Rasset mit:

„Es ist eine Einsparung der Gesamtzahl an Belohnungen, die einige Spieler treffen wird. Sie wird jedoch in einem Bereich gemacht, von dem wir glauben, dass er den geringsten Einfluss auf die Spielerfahrung der Spieler haben wird. Dadurch können wir uns noch stärker auf das konzentrieren, was uns am wichtigsten ist. Dazu gehören die größten Turniergarantien, wie die 20 Mio. Euro Winter-Series in Südeuropa sowie rekordverdächtige COOPs und Sunday Millions. Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, die spannendsten Live-Events anzubieten.“

Es wird in diesem Jahr voraussichtlich nicht die einzige Änderung bleiben, die PokerStars bezüglich seines Bonus- und Loyalitätsprogrammes vornehmen wird. Wie das Unternehmen bekannt gab, stehen Spielern noch mindestens vier weitere Neuerungen ins Haus.

 

Diese Änderungen plant der Pokerraum im Jahre 2019

 

PokerStars` Reduzierung der Prämienpunkte für Turnierspieler wird im laufenden Jahr durch zusätzliche Änderungen ergänzt, die das sechsstufige Truhen-Belohnungssystem („Chest-Rewards“) betreffen.

So funktioniert das Truhen-Belohnungssystem bei PokerStars

Das Belohnungssystem von PokerStars basiert auf dem Sammeln von Prämienpunkten. Prämienpunkte erhalten Spieler durch das Generieren von Rake oder das Zahlen von Turniergebühren. Die gesammelten Prämienpunkte werden vom System gespeichert und nach dem Erreichen einer bestimmten Punktzahl automatisch gegen Bonustruhen eingetauscht.

 

Die vergebenen Bonustruhen beinhalten zufällige Bargeldpreise, Turniertickets oder StarsCoins, die im StarsShop eingelöst werden können. Werden innerhalb von 24 Stunden vier Truhen einer Art gesammelt, wird ein neuer Truhen-Level freigeschaltet. In den höherrangigen Truhen befinden sich potenziell wertvollere Preise.

So soll das Verhältnis zwischen den vergeben Bonustruhen und den darin befindlichen Preisen neu angepasst werden. Wie PokerStars mitteilte, erhöhe sich der Wert einer Truhe um das bis zu Dreifache, während die Frequenz, mit der eine Truhe freigespielt werden kann, mit dem gleichen Faktor sinken soll.

 

Außerdem will der Online-Pokerraum den sogenannten „Boost“ abschaffen. Er gab Spielern während bestimmter Tageszeiten die Möglichkeit, bei gleichem Spielpensum die doppelte Anzahl an Prämienpunkten zu verdienen.

 

Des Weiteren ist die Einführung neuer Regeln für das Erreichen eines Truhen-Levels geplant. Bislang mussten Spieler innerhalb von 24 Stunden vier Truhen einer Art freispielen, um sich für einen höheren Truhen-Level zu qualifizieren. Das neue System sieht vor, dass in einer Periode von 28 Tagen 10 Truhen eines Levels verdient werden müssen, um den Sprung auf ein höheres Niveau zu schaffen.

 

Spieler, die nicht in der Lage sind, die Truhen in der vorgegebenen Zeit freizuspielen, sollen ihre Prämienpunkte in Zukunft gegen Sofortpreise einlösen können.

 

Wann genau die geplanten Änderungen 2019 in Kraft treten sollen, teilte das Unternehmen unterdessen nicht mit.

 

Widerstand in der Poker-Community

 

Die Meldung von der erneuten Anpassung des Bonusprogrammes hat bei regelmäßigen Turnierspielern für Aufregung gesorgt.

 

Vor allem Vielspieler und Profis, die dem Online-Pokerraumraum seit vielen Jahren als Kunden treu sind, kritisieren die Reduzierung der Prämienpunkte. Bei gleichzeitig konstant bleibendem oder steigendem Rake sehen viele Kommentatoren in der Maßnahme eine Kampagne gegen Regulars, die auf Rakeback-Programme angewiesen sind.

 

PokerStars Client

Statt 100 gibt es nur noch 45 Prämienpunkte pro US-Dollar Turniergebühr. (Quelle Flickr)

Schon jetzt böten die Bonustruhen nur noch wenige Prozent Rakeback. Die Einsparung von Prämienpunkten machte es nun quasi unmöglich, die Truhen überhaupt noch in einem angemessenen Zeitraum zu sammeln.

 

Unter den Highstakes-Spielern formiert sich mittlerweile sogar eine Boykott-Bewegung, die dazu aufrief, nicht an PokerStars-Turnieren teilzunehmen. Unter den Unterstützern sind bekannte Online-Spieler wie Niklas „Lena900“ Astedt und Conor „1_conor_b_1“ Beresford.

 

Sie fordern einen Dialog mit Pokerstars und eine transparente und faire Geschäftspolitik gegenüber den Kunden des Unternehmens.

 

Wer kann von den Änderungen profitieren?

 

Einer der größten Profiteure von den neuen Richtlinien dürfte sicherlich PokerStars selbst sein. Schließlich muss der Online-Pokeranbieter weniger Preise an Turnierspieler ausgeben.

 

Doch der Schuss könnte auch nach hinten losgehen. Schon jetzt argumentieren viele Spieler in den Pokerforen, in Zukunft nur noch die Angebote von Anbietern wie partypoker wahrnehmen zu wollen.

 

Gewinner könnten auch kleinere Seiten wie Phil Galfonds RIO Poker sein. Die neue Online-Pokerseite bietet seinen Kunden einen höheren Rakeback und will in Zukunft auch Online-Pokerturniere offerieren.

 

Sollten die Spieler ernst machen und die anderen Online-Pokeranbieter ihr Angebot tatsächlich erweitern, könnte PokerStars in Zukunft noch größere Konkurrenz bekommen.