, 31.10.2019

Mehr als die Hälfte der portugiesischen Online-Spieler spielt weiter auf Glücksspiel-Seiten mit internationaler Lizenz. Dies ergab eine in dieser Woche veröffentlichte Umfrage der Vereinigung Associação Portuguesa de Apostas e Jogos Online (APAJO).

 

Wie die Umfrage der APAJO [Seite auf Portugiesisch] unter 609 Bewohnern des portugiesischen Festlandes zeigt, spielten 56 Prozent der Online-Spieler sowohl auf Webseiten, die in Portugal legal sind, als auch auf solchen, die eine internationale, aber keine portugiesische Lizenz besitzen.

In Portugal legte das Gesetzesdekret Nr. 66/2015 vom 28. Juni 2015 die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Online-Glücksspiel fest und erlaubte dieses ab 2016 für Anbieter, die über eine Lizenz in Portugal verfügen. Damit war Portugal eines der ersten Länder Europas, das sich für die Öffnung des Online-Glücksspielmarktes entschied.

 

Zugleich weist Portugals regulierter Markt allerdings auch einen der höchsten Steuersätze in der EU auf, was immer wieder als Grund dafür angeführt wird, dass Spieler auf Online-Casinos ohne portugiesische Konzession zurückgreifen. Diese seien nach Medienangaben nicht durch hohe Steuersätze dazu gezwungen, die Kosten auf die Spieler umzulenken.

Von den benannten Spielern hätten lediglich 6 Prozent einzig auf in Portugal nicht lizensierte Webseiten zurückgegriffen. Ausschließlich auf den Seiten lizensierter Glücksspiel-Anbieter dagegen hätten 44 Prozent gespielt.

 

Positive Entwicklung des lizensierten Marktes in Portugal

 

Die Umfrage ergab, dass rund 42 Prozent der befragten Spieler schon vor Inkrafttreten der gesetzlichen Bestimmungen zum Online-Glücksspiel ein aktives Konto in einem nicht in Portugal lizensierten Online-Casino gehabt hätten. Rund 52 Prozent der Konten, die im Jahr 2018 eröffnet wurden, seien dagegen mit einer Lizenz verbunden.

 

Für das Jahr 2019 konnte diesbezüglich eine steigende Tendenz beobachtet werden. 70 Prozent der in diesem Jahr eröffneten Konten seien legalen Online-Anbietern zuzuordnen.

 

Der Präsident der APAJO, Gabino Oliveira, sagte hierzu:

„Diese Daten zeigen eine sehr positive Entwicklung im Wachstum des Lizenzmarktes. Dies ist ein positives Zeichen, obwohl wir von der APAJO der Ansicht sind, dass noch viel zu tun ist, um das nicht lizensierte Online-Glücksspiel in Portugal zu bekämpfen.“

Der Weg zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels, so erörterte Oliveira weiter, führe über eine effektive Kontrolle und Blockierung von Zahlungen, die an illegale Anbieter getätigt werden. Dies sei ein Trend, der in anderen Ländern zu beobachten sei und den die zuständigen Stellen in Portugal berücksichtigen sollten.

 

Kampagne für junge Menschen empfohlen

 

Die Umfrage zeigt weiterhin, dass es sich bei einem Großteil der Online-Spieler (rund 85 Prozent) um Männer handele, während nur 15 Prozent Frauen seien. Die Teilnahme am nicht lizensierten Online Glücksspiel sei bei Spielern zwischen 18 und 24 Jahren mit 53 Prozent besonders hoch.

 

In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen sinke diese Zahl auf rund 29 Prozent. Daher setze sich die APAJO für eine Kampagne zum verantwortungsvollen Glücksspiel ein, die auf junge Menschen abziele und die Bekämpfung illegaler Websites wirksam unterstütze.

 

Lissabon, Straßenbahn, Portugal

Der lizensierte Online-Glücksspiel-Markt verzeichne laut Studie eine Zunahme. (Bild: Pixabay/ Frank Nürnberger)

Nach den Ausgaben für das Online-Glücksspiel befragt, gab die Mehrheit der Befragten (62,5 Prozent) an, sie gäbe weniger als 50 Euro im Monat hierfür aus. 28,1 Prozent der Befragten investierten zwischen 50 und 100 Euro in das Online-Glücksspiel. 7,5 Prozent gäben zwischen 100 und 500 Euro monatlich aus, lediglich 1,9 Prozent der Umfrageteilnehmer investiere mehr als 500 Euro pro Monat in das Online-Glücksspiel.

 

Wie Statistiken der Regulierungsbehörde SRIJ (Serviço Regulação e Inspeção de Jogos do Turismo de Portugal) vom August 2019 zeigen, erfreuen sich bei den Online-Spielern die Sportwetten besonders großer Beliebtheit. 49,1 Prozent der von der SRIJ befragten Online-Spieler gaben an, online zu wetten, 35,5 Prozent nähmen an Glücksspielen im Online-Casino teil.

 

Auch die Regulierungsbehörde konnte bei ihren Umfragen feststellen, dass der lizensierte Markt ein Wachstum verzeichne. Für das zweite Trimester des Jahres 2019 stellte sie einen Zuwachs an Registrierungen in Höhe von 1,6 Prozent gegenüber dem gleichen Trimester des Vorjahres fest.

 

Es bleibt abzuwarten, ob die Ergebnisse aus dem dritten Trimester, deren Veröffentlichung kurz bevorsteht, den Aufwärtstrend bestätigen.

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