, 18.05.2020

Die 20 Clubs der englischen Premier League sollen am heutigen Montag über den Zeitplan zur Wiederaufnahme des Trainings und zum Wiederbeginn des regulären Spielbetriebs ab Mitte Juni abstimmen.

 

Nachdem die britische Regierung letzte Woche beschlossen hatte, dass der Profi-Sport hinter geschlossenen Türen ab Juni wieder aufgenommen werden könne, spekulierte die Premier League zunächst auf einen Neustart ab dem 12. Juni, visiert jetzt jedoch den 19. Juni an.

 

Damit bleiben den Spielern jedoch nur knapp vier Wochen, um sich auf die ersten Begegnungen vorzubereiten, was in den Augen einiger Top-Spieler nicht ausreiche, um die Saison auf höchstem Spielniveau fortzusetzen.

 

Manchester Citys Außenstürmer Raheem Sterling äußerte sich am Sonntag über seinen YouTube-Kanal sehr skeptisch zu den Plänen der League:

Man kann nicht einfach nach eineinhalb oder zwei Wochen Training zurückkommen. Man braucht vier oder fünf ganze Wochen, vor allem, wenn man wieder in den Wettbewerb einsteigt. Es geht hier nicht um Freundschaftsspiele, sondern um den Sieg. Es zählt etwas und man braucht definitiv die Vorbereitung – man kann nicht einfach reinspazieren.

Wie die BBC berichtet [Seite auf Englisch], seien alle Spieler in Vorbereitung auf den Neustart auf das Coronavirus getestet worden. Auch müssten sie den geplanten Sicherheits- und Hygienevorschriften schriftlich zustimmen, um erneut auf den Platz zu dürfen.

 

Der zuvor unterbreitete Vorschlag, die Spiele auf neutralem Boden statt in den Heimatstadien der Clubs auszutragen, werde heute ebenfalls revidiert.

So könnte das Training organisiert werden, wenn mindestens 14 Clubs zustimmen:

  • Erste Trainingseinheiten beginnen am Dienstag, den 19. Mai
  • Maximal fünf Spieler dürfen pro Trainingseinheit erscheinen
  • Spieler müssen eigenständig zum Training fahren und sich zu Hause umziehen.
  • Training in größeren Gruppen darf ab Anfang Juni abgehalten werden.
  • Das Kontakt-Training soll in einer anschließenden dritten Phase kurz vor dem Saison-Neustart beginnen.

Deutschland geht als Musterbeispiel voran

Wie der Neustart in den Fußball aussehen kann, hat am Wochenende die deutsche Bundesliga gezeigt. Bei den sechs Begegnungen am Samstag und den zwei Partien am Sonntag gab es weder Vorfälle noch große leistungstechnische Überraschungen.

 

Laut BBC soll Deutschlands erstes Zwischenfazit daher bei der Abstimmung in der Premier League ebenfalls eine Rolle spielen. Ermutigend sei vor allem, dass sich entgegen der Befürchtungen keine großen Menschenmassen vor den Stadien versammelt hätten.

 

Ob sich die britischen Fußballfans jedoch ebenso zurückhaltend zeigen, bleibt abzuwarten. So erhielten in den letzten Wochen schließlich zahlreiche Menschen in England Geldstrafen wegen unerlaubter Versammlungen in größeren Gruppen.