, 02.06.2020

Die Wiedereröffnung der Casinos in Las Vegas ist für kommenden Donnerstag vorgesehen. Doch Unruhen im ganzen Land, ausgelöst durch den Tod des 46-jährigen Afroamerikaners George Floyd bei einer Festnahme in Minneapolis, erreichten auch die Wüstenstadt und könnten die Öffnung der Glücksspiel-Stätten erheblich beeinträchtigen.

 

Am Wochenende wurde die Unterstützung der Nationalgarde angefordert, um auf die Unruhen in Las Vegas und Reno zu reagieren. Polizeieinheiten schossen mit Gummigeschossen auf die Demonstranten und setzten Tränengas ein. Die Bürgermeisterin von Reno, Hillary Schieve, rief den Notstand aus.

Nach dem dramatischen Ereignis um George Floyd begannen Proteste gegen Rassismus. Im ganzen Land kam es zu massiven Ausschreitungen und Plünderungen. Polizeireviere, Geschäfte und Banken wurden niedergebrannt.

Die Casinos bereiten sich dennoch auf die Aufnahme des Spielbetriebs vor. Mit „Welcome Back“-Kampagnen [dt.: Willkommen zurück] wollen die Betreiber die Gäste dazu ermutigen, nach Las Vegas zu kommen. Die Nachfrage sei groß, sagte ein Sprecher von Caesars Entertainment. Die Unruhen könnten jedoch für die Wiedereröffnung problematisch werden.

 

David Katz, Analyst der Spielebranche bei der US-amerikanischen Investmentbank Jefferies, kommentierte:

„Die aktuellen Umstände sind tragisch und negativ für jedes Unternehmen, das physischen Zugang benötigt – sicherlich könnten auch Casinos dazugehören.“

Unruhen und Ausschreitungen in Las Vegas: Werden die Touristen kommen?

Casinobetreiber hoffen darauf, mit der Wiedereröffnung verlorenen Boden wiedergewinnen zu können. Die Anwesenheit von Soldaten der Nationalgarde mit Gewehren könnte für einige Menschen, die über einen Besuch in Las Vegas nachgedacht hatten, abschreckend sein.

 

Das US-amerikanische Nachrichtenmagazin CNBC [Seite auf Englisch] zitierte Barry Jonas, einen Gaming-Analysten bei SunTrust Robinson Humphrey, der davon ausgehe, dass sich die Nachfrage am Strip vornehmlich auf Individualtouristen konzentrieren werde, die mit dem eigenen Auto anreisten. Diese seien risikotoleranter, kommentierte Jonas.

 

Angesichts der Sorge um die Sicherheit des Flugverkehrs aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der Absagen von Konferenzen und Veranstaltungen prognostizieren die Casinos, dass Drive-to-Besucher in naher Zukunft den größten Teil ihres Umsatzes ausmachen könnten.

 

Jonas führte aus:

“Anhaltende Proteste tragen sicherlich nicht dazu bei, ein breiteres Publikum von Freizeit- und Gruppenkunden zurückzubringen.“

Katz ergänzte, die derzeitige Situation könnte den Glücksspielmarkt stark beeinflussen, zumal die Demonstrationen die Verbreitung von Covid-19 wieder begünstigen könnten.

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