, 10.06.2020

Bei den Beschäftigten des britischen Reitsportzeitung Racing Post geht die Angst um. Am Wochenende verkündete die Eigentümerin des Blattes, die Spotlight Sports Group, wegen Covid-19-bedingter Einnahmeverluste Stellen streichen zu müssen.

 

Arbeitsplatzabbau aufgrund von Covid-19

Das auf Pferde- und Hunderennen sowie Sportwetten spezialisierte Traditionsblatt hatte im Zuge abgesagter Rennveranstaltungen Mitte März erstmals in seiner 34-jährigen Geschichte den Druck seiner Print-Ausgabe eingestellt.

 

Obwohl die Herausgeber am 26. Mai nach einer 76-tägigen Pause den erneuten Verkauf der gedruckten Zeitung [Seite auf Englisch] feierten, waren die finanziellen Verluste offenbar so groß, dass nun Einschnitte bei den Arbeitsplätzen angekündigt wurden.

 

In einem Statement bereitete die Spotlight Sports Group die Belegschaft auf den zu erwartenden Jobabbau vor:

Die Gruppe ist fest entschlossen, dass die Qualität ihrer Inhalte und Produkte nicht beeinträchtigt wird und prüft alle wesentlichen, mitarbeiterunabhängigen Ausgaben, um die Anzahl der Arbeitsplatzverluste zu minimieren. Tatsächlich kann sie jedoch nicht mehr so viele Arbeitskräfte beschäftigen, wie dies vor dem Aufkommen des Coronavirus der Fall war.

Es wäre nicht die erste Belastungsprobe für die rund 300 Beschäftigten der Racing Post. So war bereits kurz nach Beginn der Covid-19-Krise ein Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt worden.

Die Racing Post wurde 1986 von dem pferdesportbegeisterten Scheich Raschid Al Maktoum gegründet. Der Herrscher des Emirats Dubai verkaufte die Zeitung 1998 für nur 1 Pfund Sterling an die Trinity Mirror Gruppe. Dafür behielt er die Namensrechte und der Verlag verpflichtete sich, 10 Mio. GBP an diverse Pferdesport-Organisationen zu spenden.

Über die Kurzarbeit hinaus war die Belegschaft zu weiteren Zugeständnissen bereit. Sie stimmte einer Gehaltskürzung von 25 % zu, wobei besser bezahlte Mitarbeiter zeitweilig sogar auf die Hälfte ihres Einkommens verzichteten.

 

Pferdesport im Aufwind

Die nun angekündigten Entlassungen überraschen dennoch, denn Medienexperten gingen bisher von einer stabilen Geschäftslage der Verlagsgruppe aus. So hatte diese im letzten September einen Gewinn von 8 Mio. GBP für das Jahr 2018 präsentiert.

 

Zudem ist das Publikumsinteresse nach Wiederaufnahme der Renntätigkeit sprunghaft angestiegen. Der TV-Sender ITV berichtete, dass die Übertragung des traditionsreichen 1.000 Guineas-Rennens am letzten Sonntag von über einer Million Zuschauer verfolgt wurde, was einer Zunahme von 50 % im Vergleich zum Vorjahr entspreche.