, 18.04.2020

Die Klage eines ehemaligen Angestellten des Crown Casino Melbourne wegen widerrechtlicher Kündigung wurde in dieser Woche von einem australischen Arbeitsgericht zurückgewiesen. Harkirat Singh war entlassen worden, nachdem er sich 2018 geweigert hatte, den Rest des Tages freizunehmen. Zugrunde lagen dem Vorfall Mobbingvorwürfe und ein Rapsong namens „Pornostar“.

 

Vom Porno- zum Garnelenstar

 

Laut Angaben lokaler Medien (Seite auf Englisch) hatte der Kläger Mitte 2018 ein Musikvideo in einer firmeninternen Facebookgruppe gepostet. Bei dem Lied handelte es sich um einen selbstverfassten Rapsong mit dem Titel „Pornostar“.

 

Sollte Harkirat Singh auf positive Resonanz gehofft haben, stellte sich dies als Irrtum heraus. Statt als ernstzunehmender Rapper hatte er sich unter den Kollegen wohl aufgrund des ähnlichen Wortklangs lediglich einen Namen als „Garnelenstar“ (engl. „Prawnstar“) gemacht. Der Ausdruck wird unter anderem als sexistische Beleidigung Frauen gegenüber verwendet.

 

Sehr zu seiner Verärgerung, wie nun auch das Arbeitsgericht der australischen Fair Work Commission feststellte:

Ein Kommentar (auf Facebook, Anm. d. Red.), von dem sich Mr. Singh besonders angegriffen fühlte, enthielt einen Auszug des Songtextes von „Pornostar“, gefolgt von einer Garnele und einem Stern-Emoji.

Hohe emotionale Belastung

 

Auch ein halbes Jahr später sei die Angelegenheit noch nicht ausgestanden gewesen, so die Akten. Ende 2018 habe sich Singh mit einer Beschwerde an seinen Vorgesetzten gewandt: Ein Kollege habe ihn wiederholt mit „Prawnstar“ angesprochen. Dies habe ihm emotional so sehr zugesetzt, dass er sich außerstande gesehen habe weiterzuarbeiten.

 

Das Angebot, den Rest der Schicht freizunehmen, habe er jedoch auch nach der Versicherung, die restlichen Stunden ausgezahlt zu bekommen, vehement abgelehnt. Auch dem Versuch von Vermittlung durch die Personalabteilung habe sich der aufgebrachte Mann verweigert.

Gewöhnlich ist der 20.500 Quadratmeter große Spielbereich des Crown Casinos Melbourne täglich und rund um die Uhr geöffnet. Ausnahmen bilden lediglich der erste Weihnachtsfeiertag, Karfreitag und der nationale Feiertag AZNAC Day. Aufgrund der Corona-Pandemie bleibt der Glücksspieltempel nach anfänglicher Gegenwehr der Betreiber jedoch auf unbestimmte Zeit außer Betrieb.

Letztendlich sei in Anwesenheit von mehreren Sicherheitsleuten zunächst eine Suspendierung für zehn Tage ausgesprochen worden, die später in einer Kündigung gemündet sei.

 

Während die Fair Work Commission die Entscheidung des Crown Casinos aufgrund des „nicht nachvollziehbaren und unvernünftigen“ Verhaltens Singhs in ihrem Urteil als gerechtfertigt befindet, scheint der Croupier sich noch immer ungerecht behandelt zu fühlen:

 

Die Kollegen hätten ihn ohne Furcht vor Konsequenzen als „Prawnstar“ betiteln können. Dennoch sei nur er, der auf das Problem aufmerksam gemacht habe, bestraft worden, so sein Vorwurf.