, 08.07.2020

Eine ehemalige Angestellte erhebt schwere Vorwürfe gegen den Crown London Aspinalls Club. Wie die britische Tageszeitung The Times [Link auf Englisch] berichtet, soll das Nobel-Casino im Stadtteil Mayfair über Jahre hinweg rassistische und sexistische Diskriminierung gegenüber schwarzen Mitarbeitern geduldet haben.

 

Entsprechende Vorwürfe gingen aus einer Klage hervor, die von Ex-Mitarbeiterin Semhar Tesfagiorgis bei einem Arbeitsgericht in London gegen das Casino eingereicht worden sei.

Der Crown London Aspinalls Club gehört zum Glücksspielkonzern Crown Casinos. Das australische Unternehmen landete in den vergangenen Monaten wegen des Verdachts der Geldwäsche in den Schlagzeilen.

Eine Kultur der Diskriminierung?

 

Im Interview mit der Times beschreibt Tesfagiorgis zahlreiche Vorfälle rassistischer Diskriminierung, die sich während ihrer 13-jährigen Laufbahn beim Crown London Aspinalls Club ereignet haben sollen.

 

Der erste Vorfall sei bereits im Jahre 2007, nur zwei Tage nach Beginn ihrer Beschäftigung geschehen. Laut Gerichtsdokumenten, die der Times vorlägen, habe ein türkischer Casino-Besucher eine schwarze Angestellte in Tesfagiorgis Anwesenheit als „N*****“ beschimpft, ohne dass der Mann des Casinos verwiesen worden sei.

 

Manager des Casinos hätten Spielern außerdem erlaubt, schwarze Jetons als „N***** Chips“ zu bezeichnen. Tesfagiorgis sei wegen ihrer Hautfarbe außerdem von Gästen als Croupière abgelehnt worden:

„Ich bin seit 17 Jahren im Casino-Geschäft tätig und meine Erfahrungen sind Menschen mit meinem Hintergrund nur allzu vertraut. (…). Ich wurde jahrelang von einem bestimmten Kunden ferngehalten, weil mir gesagt wurde: ‚Er mag keine Schokolade ‘“.

Sexismus als strukturelles Problem

 

Tesfagiorgis` Klage erschöpft sich jedoch nicht in diesen Punkten. Auch sexistische Äußerungen seien vom Casino nicht unterbunden worden.

 

So hätten sich Kunden offen über das Aussehen weiblicher Angestellter äußern dürfen, ohne dass das Casino eingegriffen hätte. Für Tesfagiorgis seien Vorfälle dieser Art nicht ungewöhnlich gewesen. Über Jahre habe sie erfolglos versucht, beim Management des Crown London Aspinalls Club zu intervenieren. Die Situation sei jedoch ein „industrieweites Problem“, so die 40-Jährige.

 

Laut Shazia Khan, Anwältin von Tesfagiorgis, habe die Behandlung ihrer Mandantin direkten Einfluss auf deren Gesundheit genommen. Vertreter des Crown London Aspinalls Club wollten sich bisher nicht zur Sache äußern.