, 02.06.2021

Im Concord Card Casino Wien-Simmering ist es am Dienstagabend zu einer großangelegten Razzia gekommen. An der Durchsuchung des Pokercasinos seien zwei Dutzend Beamte beteiligt gewesen, berichtete die Tageszeitung Kurier.

 

Während der gestrigen Durchsuchung habe sich die Finanzpolizei einen Überblick über die Zahlungsmodalitäten in der Einrichtung verschaffen wollen. Zudem seien die Arbeitsverhältnisse der Dealer überprüft worden.

 

In der Einrichtung befanden sich Meldungen zufolge fünfzig Spieler, die an acht Cash-Game-Tischen spielten. Diese hätten in Folge der Kontrolle das CCC verlassen müssen. Eine Auszahlung der Spieleinsätze habe nicht stattgefunden. Laut dem Kurier habe die Finanzpolizei das CCC anschließend geschlossen.

Peter Zanoni hatte nach der offiziellen Schließung der Concord Card Casinos im März 2020 wiederholt einen Neustart versucht. Bereits im September vergangenen Jahres hatte der österreichische „Poker-König“ angekündigt, das Kartenspiel ohne Hausabgabe (Rake) in seinen Einrichtungen anbieten zu wollen.

Hintergrund der Aktion ist ein geltendes Verbot des gewerblichen Pokerspiels außerhalb der Einrichtungen des staatlichen Anbieters Casinos Austria. CCC-Betreiber Peter Zanoni hatte seinen Pokerclub in Wien-Simmering an Pfingsten ohne Erlaubnis wiedereröffnet.

 

Berufen hatte sich Zanoni dabei auf ein rechtliches Gutachten, dass die Vereinbarkeit der österreichischen Glücksspielgesetze mit dem EU-Recht anzweifelt. An der Rechtslage in Österreich und dem Pokerverbot hatte dieses jedoch in der Praxis nichts geändert.

 

Zanoni ist in aller Munde

 

Schlagzeilen machte Zanoni gestern nicht nur wegen der Razzia in seinem Pokercasino. Der Standard hatte am Dienstag über die erneute Vernehmung der Casinos-Austria-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner durch die Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) im Mai berichtet.

 

Diese sei am 15. März 2018 von Hubert Fuchs (damals FPÖ-Staatssekretär im Finanzministerium) eingeladen worden, einen Novellierungsvorschlag für die Casinos Austria zu unterbreiten und dabei Zanonis Anliegen zu berücksichtigen, berichtet der Standard.

 

Wille der FPÖ sei es damals gewesen, gewissen Wünschen der Casinos Austria, z. B. dem IP-Blocking ausländischer Anbieter, nur zuzustimmen, wenn auch Zanoni geholfen werde. Glatz-Kremsner (damals Vizeparteiobfrau der ÖVP und CASAG-Vorstandsmitglied) soll daraufhin an einem entsprechenden Gesetzesantrag gearbeitet haben. Eingebracht worden sei dieser jedoch nie.

 

Die Hilfe für Zanoni blieb aus. Der Unternehmer musste nach hohen Steuerschulden die Insolvenz für die CCC anmelden und die Pokercasinos schließen.