, 04.03.2020

Peter Zanoni, der Betreiber der privaten Card Rooms „Concord Card Casinos“ in Österreich, scheint seinen langjährigen Kampf gegen die Finanzbehörden verloren zu haben. Am Montag gab der Pokerkönig die Schließung der Spielstätten und die Einleitung des Insolvenzverfahrens bekannt.

 

Seit der Eröffnung der Concord Card Casinos in Österreich Im Jahr 1993 muss Zanoni sich gegen Forderungen der Finanzbehörden behaupten. Dieses Mal sei im Kampf „David gegen Goliath“ David der Unterlegene gewesen, sagte der Pokerkönig. Zanoni sandte am Montag eine schriftliche Botschaft an seine Mitarbeiter:

“[…] Mit großen Bedauern sehe ich mich veranlasst bekanntzugeben, dass ich mit dem heutigen Tage die Concord Card Casinos endgültig schließen muss.“

Zanoni fügte hinzu, dass er für jeden Euro Umsatz 5 Euro Abgaben zahlen müsse. Darin seien Vergnügungssteuern und die Kriegsopferabgaben noch nicht enthalten. Insgesamt soll sich die Steuerschuld auf rund 600 Millionen Euro belaufen.

Ist der politische Support weggebrochen?

 

Es wird gemunkelt, dass auch Peter Zanoni in die sogenannte „Ibiza-Affäre” verwickelt gewesen sein soll. So berichteten die österreichischen Medien im Dezember über ein vorangegangenes Treffen zwischen Zanoni und dem damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Zanoni soll vorgeschlagen haben, das Pokerspiel als Sport zu klassifizieren, um sich so steuerliche Vorteile zu verschaffen.

 

Auch der ehemalige Novomatic-Chef Harald Neumann soll Absprachen mit Strache getroffen haben. Bezeichnend könnte die Tatsache sein, dass Neumanns Rücktritt und der Rückzug Novomatics vom österreichischen Markt fast zeitgleich mit der Schließung der Concord Card Casinos stattfanden.

 

Vor dem Verbot des kleinen Glücksspiels in Wien im Jahre 2014 stellte Novomatic Automatenspiele für die CCC bereit. Wäre die FPÖ in der Regierung geblieben, hätte dies möglicherweise Vorteile für Novomatic und Zanoni haben können.

Gibt es noch einen Hoffnungsschimmer?

Es könnte dennoch eine Chance bestehen, dass die Concord Card Casinos wiedereröffnet werden. Derzeit laufen Verfahren am Verfassungsgerichtshof und am Europäischen Gerichtshof. Allerdings habe Zanoni wenig Hoffnung.

 

Zanoni kommentiert:

„Ich habe das Fünffache der Bruttoeinnahmen an Abgaben zu leisten, und die Höchstgerichte wollen bislang nicht erkennen, dass es sich dabei um eine Erdrosselungsabgabe handelt.“

Indes eröffneten letzte Woche an der Grenze zu Tschechien Pokercasinos, die den österreichischen Markt bedienen wollen. Dazu sagte Zanoni, dass es mehr als bedauerlich sei, dass ein österreichisches, in der Branche marktführendes Unternehmen zugunsten anderer Markteilnehmer vom Markt genommen werde.