, 17.08.2020

Die Justiz von Nordrhein-Westfalen ist am Wochenende mit einem Großaufgebot gegen die Betreiber illegaler Spielcasinos vorgegangen. In der Nacht zum Sonntag seien bei der konzertierten Aktion gegen das nicht-lizenzierte Glücksspiel Dutzende von Objekten durchsucht worden.

 

Grund für die landesweiten Razzien sei die Bekämpfung der Clankriminalität. Der Polizei zufolge nutzten die Mitglieder krimineller Großfamilien das illegale Glücksspiel häufig, um Gelder aus anderen illegalen Geschäften zu waschen.

Das Landeskriminalamt sieht die Stadt Essen als Zentrum der illegalen Clanaktivitäten in NRW. Dass die Banden auch in anderen Städten aktiv sind, zeigte das im Mai 2019 vorgestellte erste Lagebild zur Clankriminalität in dem Bundesland. Demnach sah die Polizei in NRW 104 Clans mit kriminellen Mitgliedern am Werk. Dabei sollen zwischen 2016 und 2018 etwa 6.500 Verdächtigen aus der Szene mehr als 14.000 Straftaten zuzurechnen sein.

Nach Angaben der Polizei lag der Schwerpunkt der Razzien in Essen. Dort sei das Sonderdezernat Glücksspiel und Geldwäscheprävention federführend an dem Vollzug der Durchsuchungsbeschlüsse beteiligt gewesen.

 

Mit Erfolg, denn in insgesamt fünf Geschäften konnten in den Hinterzimmern illegale Spielhöllen ausgehoben werden. Dabei seien neun nicht-lizenzierte und zwölf nicht ordnungsgemäß funktionierende Automaten stillgelegt worden.

 

NRW-Innenminister Herbert Reul zeigte sich zufrieden mit der Aktion. Er erklärte:

Es geht darum, denen, die im Alltag diese Städte unsicher machen, zu zeigen: Das ist beendet, ihr kriegt hier jeden Tag Unruhe. (…) Hier gilt nicht das Recht der Familie, sondern das Recht des Staates.

Der CDU-Politiker betonte, dass es sich bei einem Delikt wie dem illegalen Glücksspiel „nicht um Kleinkram“, sondern um “großkriminelle Taten” handle.

 

Razzien in weiteren NRW-Städten

Neben Essen seien weitere Städte Ziel der Razzien gewesen. So habe die Polizei auch in Bochum, Duisburg, Herne, Witten, Gelsenkirchen, Dortmund, Wuppertal sowie Mettmann zugeschlagen und weitere verdächtige Objekte durchsucht. Auch dort sei es den Kräften gelungen, zahlreiche illegale Glücksspielautomaten sowie Beweismaterial und Wertgegenstände zu sichern.

 

In Duisburg sei der Polizei ein besonders dicker Fang gelungen. Nach Behördenangaben stellten die Beamten in einem als Teestube firmierenden Geschäft 19 Spielautomaten und 34.000 Euro Bargeld sicher.

 

Wie das Innenministerium von NRW mitteilte, seien an den Razzien Hunderte von Beamten der Polizei beteiligt gewesen. In einigen Städten seien die Polizeikräfte von Zoll, Steuerfahndung, Bundespolizei sowie Ermittlern der Staatsanwaltschaft unterstützt worden.

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