, 15.02.2020

Die Polizei im US-Bundesstaat Utah ist nach mehrmonatigen Ermittlungen mit Razzien gegen acht illegale Spielhallen im Raum Salt Lake vorgegangen. Glücksspiele jeder Art sind im Mormonen-Staat illegal.

 

Wie der Fernsehsender fox13 berichtet, schätzen die Behörden den Jahresumsatz der Einrichtungen auf insgesamt 8 Millionen US-Dollar (ca. 7,5 Millionen Euro).

 

Verantwortlich für die illegalen Spielbetriebe soll ein Mann aus der Region sein.

Utah ist der Anti-Glücksspiel-Bundesstaat

Utah ist der US-Bundesstaat mit dem restriktivsten Glücksspielgesetz in den gesamten Vereinigten Staaten. Nach Staatenrecht ist es verboten „irgendeine Sache von Wert“ auf den Ausgang eines Wettbewerbs oder Spiels zu setzen. Wetten auf Pferderennen sind in Utah ebenso untersagt wie Casinospiele und Lotterien. Legal dürfen Unterhaltungsgeräte wie Spielautomaten nur ohne Geldeinwurf betrieben werden.

 

Selbst die Teilnahme am Glücksspiel kann im konservativen Utah mit mehrmonatigen Freiheitsstrafen und hohen Bußgeldern bestraft werden.

Eine echte Casino-Atmosphäre

 

Zwei Polizisten, die an der Überwachung und Durchsuchung der illegalen Spielhallen beteiligt waren, sagten gegenüber fox13, dass sich die Atmosphäre „dunkel und wie in einem Casino“ angefühlt habe.

 

Die Spielmaschinen seien an den Wänden aufgereiht gewesen. Jedes Mal, wenn ein Spieler an den Automaten gewonnen habe, seien die Gewinnbeträge an einem Schalter ausgezahlt worden.

„Wir haben Informationen erhalten, dass es Auszahlungen von über 200 oder 300 US-Dollar gab (…). Es wurde für einige Leute sehr unterhaltsam, einen dieser Orte aufzusuchen und ein Risiko einzugehen, um zu sehen, ob sie gewinnen konnten.“

Doch nicht alle Besucher hätten die Etablissements als Gewinner verlassen. Eine Frau, die die Polizisten im Rahmen ihrer Ermittlungen vernahmen, habe sogar das Weihnachtsgeld ihrer Kinder an den illegalen Spielautomaten verzockt.

 

Wohin sind die Einnahmen geflossen?

 

Wohin die Einnahmen der 50 Spielgeräte, die täglich bis zu 23.000 US-Dollar (ca. 20.000 Euro) generiert haben sollen, geflossen sind, ist nach wie vor unklar.

 

Aufklärung darüber könnte der Betreiber der illegalen Spielhallen liefern, der sich am Donnerstag noch auf der Flucht befand.

 

Die Strafverfolgungsbehörden werfen ihm nicht nur illegales Glücksspiel vor, sondern auch Geldwäsche und Steuerhinterziehung.