, 13.03.2020

Das Glücksspiel ist in Dubai ebenso wie überall in den Vereinigten Arabischen Emiraten illegal. Diese Tatsache könnte zum Grund dafür werden, dass die Schachweltmeisterschaft 2020 in einem anderen Land ausgetragen werden könnte.

 

Magnus Carlsen als Protagonist der Schach-WM

 

Im Rahmen der Expo 2020 in Dubai soll der WM-Kampf zwischen dem amtierenden Schach-Weltmeister Magnus Carlsen und seinem noch nicht feststehenden Herausforderer stattfinden.

 

Egal, ob es der Amerikaner Fabiano Caruana sein wird, der zum WM-Kampf antritt, oder gar ein Außenseiter wie Kirill Alekseenko, Magnus Carlsen wird zweifellos der am meisten beachtete Star des Turniers sein. Das Problem dabei: der Hauptsponsor Carlsens ist der Glücksspielanbieter Unibet.

 

Ende Januar verkündete Magnus Carlsen auf einer Pressekonferenz im schwedischen Stockholm, dass er 2020 und 2021 als „Global Ambassador“ für den Glücksspiel-Anbieter Unibet fungieren werde.

Unibet ist ein Tochterunternehmen der Kindred Group. Diese hatte dem Norwegischen Schachverband im letzten Jahr angeboten, den Verband 5 Jahre lang mit insgesamt 5 Mio. Euro zu unterstützen. Der Verband sollte sich im Gegenzug für die Öffnung des norwegischen Marktes für internationale Glücksspiel-Betreiber einsetzen. Als der Norwegische Schachverband dieses Angebot ablehnte, trat Carlsen aus dem Verband aus.

Carlsen wird als „Global Ambassador“ das Logo von Unibet überall außer in Norwegen tragen. Mohamed al-Mudahka, Schach-Großmeister aus Katar, äußerte sich hierzu auf Twitter bereits wie folgt:

„Dieses Logo kannst du bei FIDE-Events vergessen.“

Der Präsident des internationalen Schachverbandes FIDE, Arkady Dvorkovich, soll dies anders sehen. Er habe kein Problem damit, das Carlsen das Logo tragen werde.

 

Ausnahmen von den strengen Glücksspiel-Vorschriften unwahrscheinlich

 

Ob es Carlsen möglich sein wird, seinen Hauptsponsor Unibet in Dubai zu promoten, ist dennoch fraglich. Da seine Sponsorenvereinbarung hiervon abhängt, ist es unwahrscheinlich, dass Carlsen bereit sein wird, in Dubai darauf zu verzichten. Ebenso unwahrscheinlich ist es aber angesichts des strengen Vorgehens gegen das Glücksspiel, dass Dubai für den Schachprofi eine Ausnahme machen und ihm exklusiv das Tragen von Kleidung mit dem Logo des Glücksspiel-Anbieters erlauben wird.

 

Eine mögliche Lösung des Dilemmas könnte laut arabischer Medien nun darin bestehen, dass das Schachturnier woanders stattfindet und die Dubai Expo die entstehende Lücke mit einem anderen hochkarätigen Wettbewerb fülle.

 

Als wahrscheinlicher gilt es allerdings, dass Unibet sich bereiterklären wird, eine Ausnahme zu machen und Carlsen den Verzicht auf das Tragen des Logos während des WM-Kampfes zu gewähren.