, 02.08.2021

In der League of Legends European Championship hat Schalke 04 Esports am gestrigen Sonntag gegen Fnatic verloren. Damit nimmt Schalke auf dem letzten Tabellenplatz Abschied aus der League-of-Legends-Liga LEC.

 

Ende Juni hatte Schalke 04 bekanntgegeben, seinen Startplatz in der LEC an die Schweizer E-Sport-Organisation BDS zu verkaufen. Damit geben die Königsblauen ihre Lizenzrechte zur Frühjahrssaison 2022 ab.

 

Nach der gestrigen Niederlage verabschiedete sich Trainer Dylan Falco auf Twitter vom Team und von den Fans:

Meine 3 Jahre mit Schalke waren gewiss voller Höhen und Tiefen, aber ich bin immer noch sehr glücklich über die vielen Momente, die wir hier geschaffen haben. Es ist traurig, dass es so zu Ende geht, aber so ist das Leben.

 

 

Wie es im E-Sport für Schalke 04 weitergehen wird, ist bislang unklar. Wie Schalke-04-PES-Profi MeroMen heute in einem Interview berichtet, hoffe das Team für die nächste Saison der eFootball.Pro auf Live-Spieltage in Barcelona.

 

Ob dort Erfolge zu erwarten sein und die Blau-Weißen tatsächlich vertreten sein werden, bleibt jedoch abzuwarten.

Nach Angaben des Vereins stehe die Entscheidung noch aus, ob Schalke 04 Esports sich auch aus seinem FIFA-Engagement und aus der League-of-Legends-Prime-League zurückziehen wird. Als Grund für die Veräußerung des LEC-Startplatzes nannte Schalke 04 wirtschaftliche Probleme im Kerngeschäft und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Sport. Ob es für die E-Sportler mit Fußballsimulationen und mit der League-of-Legends-Prime-League weitergehen wird, dürfte dementsprechend von der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie, aber auch von den Leistungen des Fußballteams abhängen.

Verpasste Wachstumschancen?

 

Mit dem Verkauf seines LEC-Startplatzes erzielte Schalke 04 einen Erlös in Höhe von 26,5 Mio. Euro. Ob dies allerdings hinsichtlich der finanziellen Sanierung des Vereins sinnvoll war, zweifeln Fans und Marktbeobachter an.

 

So erklärte ein Fan auf Twitter, es wäre vorteilhafter gewesen, das Fußballteam zu streichen und das Vereinsengagement vollständig auf den E-Sport zu konzentrieren. So weit gehen Marktkenner nicht, jedoch betonten unter anderem auch die Experten von esports.com, das Konzept Schalkes sei an der starken Abhängigkeit vom Fußball gescheitert.

 

PwC-Marktanalysten weisen darauf hin, dass der deutsche Vereinssport und vor allem der professionelle Fußball völlig „unvorbereitet“ von der Corona-Pandemie getroffen worden seien. Die Sportindustrie sei nur schlecht auf derartige Krisen vorbereitet. Dies hänge vor allem mit dem „ökonomisch getriebenen Wettrüsten“ und dem „Investitionsfokus auf Spieler“ zusammen.

 

Eine Chance sähen die Analysten für die Zukunft vor allem in der digitalen Transformation. Während nicht absehbar sei, wann sich der Sport von den Folgen der Krise erhole, schreite der E-Sport von einem „Rekord zum anderen“.

 

Ob diese Wachstumschancen von Vereinen wie dem Schalke 04 genutzt werden, bleibt allerdings ungewiss.