, 30.06.2021

Der deutsche Fußballklub Schalke 04 wird seinen Startplatz in der League-of-Legends-Liga LEC an die E-Sport-Organisation BDS verkaufen. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, soll der Verkauf dem finanziell angeschlagenen Bundesliga-Absteiger 26,5 Millionen Euro einbringen.

 

Die Verkaufsabsicht hatten die Gelsenkirchener bereits vor Kurzem bestätigt. Nun soll in der LoL-Liga ab der Frühjahrssaison 2022 alles aus sein für die E-Sport-Mannschaft des Vereins. Für die Knappen endet damit nach vier Jahren der Wettbewerb in Europas prestigeträchtiger LoL-Serie.

Bereits im April 2021 hatte Schalke 04 in seinem Jahresbericht mitgeteilt, Schulden in Höhe von 217 Millionen Euro zu haben. Insgesamt hatte der Verein im Geschäftsjahr 2020 einen Verlust von 52,6 Millionen Euro zu beklagen.

Als Grund für den Verkauf nennt der Verein unter anderem die sportlichen Leistungen der Fußballabteilung und die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Zum LoL-Aus erklärte Dr. Claudio Kasper, Geschäftsführer der FC Schalke 04 Esports GmbH:

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und das Nichterreichen der sportlichen Ziele im Kerngeschäft in der Saison 2020/2021 haben die Entscheidung notwendig gemacht.“

Mit dem Investment in das Franchise habe der Verein im Jahre 2018 einen Vermögenswert erworben, der enorm an Wert gewonnen habe, so Kasper. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich für den Verein allerdings massiv verändert. Die Veräußerung sei notwendig, um „dringend benötigte Mittel für die Stabilisierung des Kerngeschäfts zu erlösen.“

 

E-Sport-Manager verlässt Schalke 04

 

Parallel zur Nachricht über den Verkauf der LoL-Lizenz verabschiedet sich Schalke 04 von seinem Managing Director Tim Reichert.

 

Tim Reichert

Tim Reichert verlässt seinen Posten bei Schalke 04. (Tim Reichert by Jo Atman, licensed under CC BY-NC-ND 3.0)

In den vergangenen fünf Jahren war der ehemalige deutsche Fußballprofi maßgeblich an den Erfolgen der E-Sport-Abteilung beteiligt. Unter anderem erzielte das LoL-Team bei den LEC Summer Playoffs 2019 den dritten Platz.

 

Wie Reichert gestern mitteilte, bedeute der Rückzug aus dem League-of-Legends-Spitzenwettbewerb „langfristig einen signifikanten Einschnitt in die Esport-Aktivitäten von Schalke 04.“

 

Die Verantwortlichen des Vereins könnten sich nach dem Verkauf nun mit der Frage beschäftigen, wie es mit den Fußballsimulationen und der League-of-Legends-Prime-League weitergehen werde, sagte Reichert.

 

Eine wichtige Frage ließ der Verein gestern offen. So teilte Schalke 04 nicht mit, wie es mit dem LoL-Team und seinen Profi-Gamern weitergehen wird, oder ob vielleicht sogar eine Auflösung der Mannschaft bevorstehen könnte.