, October 20, 2019

Die 44-jährige Britin Yvonne Crook wurde in dieser Woche zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, weil sie in der Schule, in welcher sie als Finanzmanagerin angestellt war, über einen Zeitraum von vier Jahren mehr als 27.000 GBP aus der Schulkasse abgezweigt haben soll.

 

Von den Geldern soll sie Urlaubsreisen finanziert und in Online Casinos gespielt haben. Für die Schüler besonders schmerzlich: Crook soll auch sämtliche Gelder, welche die Schüler für wohltätige Zwecke gesammelt hatten, gestohlen haben.

 

Schule über vier Jahre betrogen

Schüler und Lehrer der Abraham Moss Community School in Crumpsall, Manchester, sind schockiert. Die seit 23 Jahren im Finanzbereich der Schule tätige Angestellte Yvonne Crook soll die Schule über mehrere Jahre skrupellos bestohlen haben.

 

Zwischen Januar 2012 und September 2016 soll sie in zahlreichen Einzeldiebstählen insgesamt 27.672 GPB gestohlen haben.

 

Crumpshall Abraham Moss Community School

Die Schule befindet sich in einem wirtschaftlich schwächeren Teil Manchesters (Bild: Geograph/© Copyright N Chadwick)

Ans Licht gekommen seien die Verbrechen der Frau, als die Schulfinanzen im September 2016 nach einigen Ungereimtheiten extern geprüft worden seien. Zu jener Zeit hätten sich 8.000 GBP in der Schulkasse befinden müssen. Lediglich 30 GBP seien jedoch aufgefunden worden.

 

Sämtliche Angestellte der Schule seien daraufhin befragt worden mit Ausnahme von Crook, die nie zur Befragung erschien aber kurz darauf von der Polizei in ihrem Zuhause verhaftet worden sei.

 

Mit den Geldern soll Crook angeblich Reisen nach Italien und auf die Kanaren finanziert haben. Auch soll sie mindestens 4.000 Euro für das Spiel im Online Casino Gala Bingo eingezahlt haben.

 

Dort habe sie nach zahlreichen Spielen den gesamten Betrag und die daraus erzielten Gewinne wieder verloren. Ob die Frau jedoch spielsüchtig sei, wurde von den Medien nicht thematisiert.

 

Essens- und Spendengelder gestohlen

Ein Großteil der gestohlenen Gelder sei für Schulmahlzeiten eingeplant gewesen. Schüler der Schule zahlten dafür täglich mit Münzen in einen Automaten, um Guthaben auf ihr schulspezifisches „Mahlzeitenkonto“ aufzuladen.

 

Crook sei verantwortlich für das Einsammeln und die Weitergabe der Gelder an die Bank gewesen. Zahlreiche Übergabetermine soll sie jedoch unbemerkt abgesagt haben.

 

Für die Schüler noch schmerzlicher dürfte jedoch die Tatsache sein, dass Crook die 1.400 GBP, welche die Schüler mit Mühe im Rahmen verschiedener Wohltätigkeitsevents gesammelt haben ebenfalls für sich selbst genutzt haben soll.

 

Die Schüler wollten die gesammelten Spendengelder unter anderem and die Blutkrebs-Forschungsorganisation Bloodwise sowie an die Kriegsopfer aus Syrien und die Opfer des Völkermordes in Ruanda geben.

 

Schulleiterin Lynne Wilson erklärte zutiefst bestürzt, welche Auswirkungen Crooks Verbrechen haben:

Die Schüler sind Opfer, weil sie verwirrt darüber waren, was mit dem Geld passiert war, das sie für verschiedene wohltätige Zwecke gesammelt hatten. Jene Organisationen und die von ihnen unterstützten Menschen sind Opfer ihres absichtlichen und kalkulierten Diebstahls. Auch die in der Schule Beschäftigten sind Opfer. Sie verstehen besser, was passiert ist und fühlen sich von jemandem, dem sie vertraut haben, betrogen.

Die Schulleitung habe Berichten zufolge nun beschlossen, die ursprünglich für die Wohltätigkeitsorganisationen vorgesehenen Gelder nachträglich erneut als Spende zu schicken.

 

Angesichts der stark geschwächten Finanzen der Schule sei dies zwar ein tiefer Griff in das Schulbudget, jedoch eine moralische Verpflichtung und ein Wiedergutmachungsversuch.

 

Keine Gnade von Richterin Manley

Für den Manchester Crown Court war die Beweislage eindeutig. Richterin Hilary Manley verurteile die Angeklagte zu insgesamt zwei Jahren und acht Monaten Haft, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden können.

 

Die britischen Zeitungen zitierten die harschen Worte der Richterin gegen Yvonne Crook:

Für die jungen Schüler der Schule, die sich engagierten, Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln, ist die Erkenntnis, dass eine Vertrauensperson der Schule das Geld gestohlen hat, eines der übelsten Beispiele für einen Vertrauensbruch.

Wenig Gnade zeigte die Richterin vor allem, weil die meisten der Schüler aus sozial schwachen Verhältnissen kämen. Die Kinder seien trotz der oft finanziell schwierigen Verhältnisse inspiriert gewesen, anderen mit Spenden zu helfen. Crooks habe mit ihrer Tat jene Inspiration ins Lächerliche gezogen.

 

Trotz der Verteidigungsversuche von Anwalt Alexander Leech, welcher unter anderem auf die gesundheitliche Verfassung Crooks‘ verwies, blieb die Richterin in ihrem Urteil hart. Wann genau sie die Haftstrafe antreten wird, wurde in den Medien [Bericht auf Englisch] bisher nicht berichtet.

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