Donnerstag, 30. Juni 2022

Waffengewalt in den USA: Schwer­verletzter nach Schießerei vor Hard Rock Casino

zwei Männer mit Pistole In den USA kommt es auch rund um Casinos immer wieder zu Waffengewalt. (Bild: Pixabay.de)

Vor dem Hard Rock Casino im US-amerikanischen Rockford (Illinois) ist es am vergangenen Samstag zu einer Schießerei gekommen. In diese sollen Medienmeldungen zufolge mehrere Polizeibeamte verwickelt gewesen sein. Ein Beamter habe auf einen Mann geschossen, der mit einer Schusswaffe auf ihn gezielt habe. Dieser befinde sich nun in kritischem Zustand im Krankenhaus.

Die Schießerei ereignete sich nur wenige Tage nach dem Schulmassaker, das am vergangenen Dienstag im US-Bundesstaat Texas mehr als 20 Todesopfer gefordert hatte. Es entfachte erneut die Diskussion um den Waffenbesitz und die Waffengewalt in den USA.

Casino-Schießerei – nur ein Fall von Waffengewalt unter vielen

Wie die Polizei von Rockford mitteilte, habe sie am Samstagabend gegen 20:30 Uhr einen Notruf aus dem Casino erhalten. Daraufhin seien mehrere Beamte zum Tatort geeilt und auf dem Parkplatz des Hard Rock Casinos auf einen Mann mit einer Waffe gestoßen.

Polizeibeamtin Carla Redd erklärte:

„Die Waffe wurde auf die Beamten gerichtet und die Beamten schossen dann auf die Person.“

Während die Beamten den Einsatz unverletzt überstanden hätten, befinde sich der Mann, der das Feuer eröffnet habe, in kritischem Zustand im Krankenhaus. Über sein Motiv und darüber, ob er vorher im Casino gespielt hat, ist bislang nichts bekannt.

Dabei handelt es sich nur um einen von fast 300 Fällen von Waffengewalt, die die gemeinnützige Forschungsgruppe Gun Violence Archive [Seite auf Englisch] innerhalb der vergangenen 72 Stunden in den USA registriert hat. Nicht die hohe Anzahl derartiger täglicher Vorfälle jedoch ist es, die die Diskussion um die Macht der Waffenlobby in den USA erneute entfacht hat, sondern das Schulmassaker der vergangenen Woche und die hohe Anzahl der dabei getöteten Kinder.

Die Massenschießerei vom vergangenen Dienstag hat die US-amerikanische Waffenlobby NRA nicht davon abgehalten, im selben Bundesstaat in derselben Woche ihr Jahrestreffen abzuhalten. Auf ihr sprach auch der ehemalige Präsident Donald Trump und verteidigte den Waffenbesitz. Er forderte den Einsatz von bewaffneten Sicherheitskräften und Metalldetektoren an den Schulen. Lehrkräften solle es seiner Meinung nach zudem erlaubt sein, Waffen zu tragen.

Nach dem Massaker sprach sich Präsident Joe Biden für schärfere Waffengesetze aus. Bis sich derartige Stimmen gegen die Macht der Waffenlobby durchsetzen können und es tatsächlich zu einer Verabschiedung solcher Waffengesetze kommen könnte, dürften Vorfälle wie jener vor dem Hard Rock Casino in Rockford jedoch weiterhin zum Alltag in den USA gehören.