, 12.01.2021

Der Casino-Mogul, Milliardär und CEO des Glücksspiel-Konzerns Las Vegas Sands, Sheldon Adelson, ist Montagnacht in seinem Haus in Malibu, Kalifornien, im Alter von 87 Jahren verstorben. Dies gab das Unternehmen heute in einer Pressemittelung bekannt.

 

Nach Angaben von Sands [Seite auf Englisch] seien Komplikationen im Zusammenhang mit der Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms aufgetreten. Erst vergangenen Donnerstag hat sich Adelson von seinen Geschäften zurückgezogen, um die Behandlung seiner Krankheit fortzusetzen.

 

Adelsons Ehefrau, Dr. Miriam Adelson, teilte in der Presseerklärung mit:

Mit unerträglichen Schmerzen melde ich den Tod meines Mannes Sheldon G. Adelson, der durch Komplikationen einer langen Krankheit erlegen ist. Sheldon war die Liebe meines Lebens. Er war mein Partner in Romantik, Philanthropie, politischem Aktivismus und Unternehmertum. Er war mein Seelenverwandter. Für mich – für seine Kinder, Enkelkinder und seine Legionen von Freunden und Bewunderern, Mitarbeitern und Kollegen – ist er absolut unersetzlich.

Die Beisetzung soll nach Angaben des Unternehmens in Israel, dem Geburtsland von Dr. Miriam Adelson, erfolgen. Es sei zudem ein Gedenkgottesdienst in Las Vegas geplant. Details sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

 

Sheldon Adelson: Vom Zeitungsverkäufer zum Casino-Magnaten

Adelson wurde als Sohn von Eltern mit Migrationshintergrund geboren und wuchs in einem armen Stadtteil von Boston auf. Er entwickelte sich von einem Teenager, der an einer Straßenecke Zeitungen verkaufte, zu einem der erfolgreichsten Unternehmer der Welt.

 

Seine ersten Millionen verdiente Adelson durch die Gründung der Computermesse Comdex im Jahre 1979. Im Jahre 1995 verkaufte er die Messe für 800 Mio. USD an die japanische SoftBank Group Corp. und investierte das Geld in Casinos in Las Vegas und Asien.

Adelsons Reichtum stammt hauptsächlich aus seiner Mehrheitsbeteiligung an seinem Unternehmen Las Vegas Sands, das im Jahre 2019 einen Umsatz von 13,7 Milliarden USD erwirtschaftet hatte.

 

Sands betreibt ein Kongresszentrum und Casinos in Las Vegas sowie Glücksspielresorts in Macau und Singapur. Adelson, Vorsitzender und Chief Executive Officer von Sands, kontrollierte mehr als die Hälfte der Aktien des Unternehmens. Sein Nettovermögen betrug laut Bloomberg Billionaires Index rund 33 Mrd. USD.

Adelson: Spender und Philanthrop

Adelson war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern war auch als Patriot und großzügiger Spender in Kreisen der Politik bekannt. Als Republikaner soll er 2020 den Wahlkampf Donald Trumps mit 75 Mio. USD subventioniert haben.

 

Der frühere Präsident George W. Bush, dem Adelson zuvor gespendet hatte, nannte den verstorbenen Unternehmer in einer Erklärung „einen amerikanischen Patrioten, einen großzügigen Wohltäter für wohltätige Zwecke und einen starken Unterstützer Israels”.

 

Bush erklärt:

Sheldon war ein großzügiger Gönner für wohltätige Zwecke, insbesondere für medizinische Forschung und die Erziehung zum jüdischen Erbe. Er wird von vielen vermisst werden.

Doch auch den Menschen, die in seinem Unternehmen arbeiten, zeigte Adelson seine Verbundenheit. Nachdem die Coronavirus-Pandemie die Casinos in Nevada im März 2020 zur Schließung gezwungen hatte, gewährte Adelson allen 10.000 Mitarbeitern der Las Vegas Sands Corp. und den 1.200 Mitarbeitern, die in den 14 unabhängig betriebenen Restaurants des Resorts arbeiteten, weiterhin volle Bezahlung.

 

Als Sohn fleißiger Eltern mit niedrigem Einkommen sei er mit der gleichen Angst aufgewachsen, die die Menschen im Land gerade empfänden, erklärte Adelson in einer Kolumne der New York Post. Aufgrund der Corona-Pandemie verloren zahlreiche Menschen ihren Arbeitsplatz und sind auf wohltätige Organisationen angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

 

Adelson erklärte, sein Vater habe, wenn er Arbeit gefunden habe, das Kleingeld immer in eine Box gelegt. Er habe dann gesagt, es gebe immer jemanden, dessen Bedürftigkeit größer ist als die eigene. Dies sei eine der wichtigsten Lektionen gewesen, die er von seinem Vater gelernt habe.