Donnerstag, 29. September 2022

Von wegen Feuerwerks­verzicht: Silvesterrakete detoniert in Spielhalle

Feuerwerk vor Nachthimmel Die Täter im Fall der Spielhalle setzten auf den Einsatz einer Silvesterrakete (Quelle:unsplash.com/Elisha Terade)

Während offizielle Stellen darum bitten, in diesem Jahr von der Verwendung von Feuerwerkskörpern abzusehen, wurde eine Spielhalle vor wenigen Tagen Ziel eines Angriffs mit ebensolchen. Im nordrhein-westfälischen Herford warfen Unbekannte eine Silvesterrakete in eine Spielstätte und setzten sie so kurzzeitig in Brand. Die Polizei fahndet nun nach den Tätern.

Feuerwerkskörper löst Brand in Spielhalle aus

Wie die zuständige Kreispolizeibehörde in einer Pressemeldung mitteilt, sei es in der Nacht zum Donnerstag zu einer Detonation in der Herforder Nordstadt gekommen. Gegen 0:30 Uhr sei eine Feuerwerksrakete in einer Spielhalle explodiert.

Angaben des anwesenden Mitarbeiters zufolge habe dieser im Augenwinkel mitbekommen, wie sich die Eingangstür kurz geöffnet und dann wieder geschlossen habe. Dann habe er die gezündete Rakete im Foyer wahrgenommen, die Kurs auf den Innenraum der Spielhalle genommen habe.

Unter einem dort platzierten Weihnachtsbaum sei der Feuerwerkskörper explodiert und habe Deko-Artikel in Brand gesetzt. Der Mitarbeiter habe das Feuer schnell löschen können, dennoch belaufe sich der Schaden auf rund 300 EUR. Verletzte habe es nicht gegeben.

Nun werde nach den Verursachern gefahndet, so die Polizeimeldung:

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und wertet zurzeit vorhandene Videoaufzeichnungen vom Tatort aus. Zeugen, die Hinweise zur Tat oder den raketenwerfenden Tätern machen können, werden gebeten sich unter der Telefonnummer 05221-8880 zu melden.

Böller-Sprengung in Spielhalle

Rund eine Woche zuvor war es im rund 80 km entfernten Münster ebenfalls zum Einsatz von Feuerwerksmaterial in einer Spielhalle gekommen. Während der Herforder Fall sich allerdings eher wie ein gefährlicher „Dumme-Jungen-Streich“ ausnimmt, hatten es die Täter in der Studentenstadt auf etwas anderes abgesehen.

So war in der Nacht zum 13.12. zunächst eine Scheibe der zu diesem Zeitpunkt geschlossenen Spielhalle in einem Münsteraner Gewerbegebiet mit einem Gullideckel eingeworfen worden. Nachdem die Täter eingestiegen waren, hatten sie laut Polizei Münster einen „Böller“ in einem Geldwechselautomaten detonieren lassen.

Immer wieder machen Fälle Schlagzeilen, in denen Kriminelle Automaten sprengen, um an Bargeld zu gelangen. Vornehmlich handelt es sich bei den Zielen um Geldautomaten von Banken, die mithilfe eines Gasgemisches in die Luft gejagt werden.

Allein im Dezember 2021 veröffentlichten verschiedene Polizeistellen über ein Dutzend Meldungen bezüglich versuchter und vollendeter Automatensprengungen. Die meisten dieser Fälle hatten sich in Nordrhein-Westfalen ereignet.

Dies dürfte insofern kein Zufall sein, als Ermittler diese seit Jahren in hoher Anzahl auftretenden Straftaten insbesondere organsierten Gruppen aus den Niederlanden zuordnen.

Offenbar reichte die Explosionskraft des Feuerwerkskörpers aus, um das Gerät stark zu beschädigen. Der Polizeimeldung zufolge sei die Höhe der Beute, mit der die Täter unentdeckt entkommen seien, noch Gegenstand der Ermittlungen. Auch hier suchen die Beamten nach Zeugen, die zur Aufklärung der Tat beitragen können.

Dass sich Vandalen und Diebe wenig von wohlmeinenden Ratschlägen beeindrucken lassen, überrascht nicht. Entsprechend dürfte ihnen auch der Einsatz von Feuerwerkskörpern, von dem Privatleuten in diesem Jahr dringend abgeraten wird, kein weiteres Kopfzerbrechen bereiten. Alle Anderen setzen vielleicht lieber auf Jahreswechsel-Aktivitäten, bei denen sie nicht Gefahr laufen, im Gefängnis oder Krankenhaus zu landen.