, 06.04.2020

Singapur will seine Glücksspiel-Aufsicht effektiver gestalten. Wie Regierungskreise mitteilten, plant der asiatische Stadtstaat, die staatliche Kontrolle künftig unter einem Dach zu vereinen.

 

Zentrale Kontroll- und Regulierungsinstanz

Am Freitag verkündete das Innenministerium Ministry of Home Affairs (MHA) [Seite auf Englisch], dass die Regierung bis 2021 mit der Gambling Regulatory Authority (GRA) eine neue Instanz gründen werde, welche die Kontrolle des Glücksspiels konsolidieren und optimieren soll, um für die Glücksspiel-Trends der kommenden Jahre besser gerüstet zu sein.

Obwohl das Online-Glücksspiel für Singapurs Einwohner illegal ist und die Stadt mit dem Marina Bay Sands sowie der Resorts World Sentosa lediglich über zwei landbasierte Casinos verfügt, zählt sie zu den bedeutendsten Glücksspielmärkten Asiens.

So haben die beiden Casinos in den vergangen Jahren jeweils über 6 Mrd. US-Dollar umgesetzt und dabei pro Jahr weit mehr als 1 Mrd. US-Dollar in die Finanzkassen der Stadt gespült. Zudem sorgen Lotterien sowie das Wettgeschäft für weitere Millioneneinnahmen durch die Bürger der Stadt sowie die vielen Millionen Touristen, die Singapur in jedem Jahr besuchen.

Nach Willen der Regierung soll in der GRA die Arbeit zentralisiert werden, die derzeit noch von unterschiedlichen Behörden übernommen wird. Dazu zählen unter anderem die für die landbasierten Standorte zuständige Casino Regulatory Authority, das das Wettgeschäft regulierende Singapore Totalizator Board sowie Einrichtungen des Innen- und Justizministeriums, die das Glücksspiel in der Millionenmetropole beaufsichtigen.

 

Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen

Darüber hinaus solle die GRA die Kooperation mit den verschiedenen Spielerschutz-Organisationen, karitativen Einrichtungen sowie religiösen Gruppen koordinieren und mit den Polizeibehörden zusammenarbeiten, um illegale Machenschaften noch effektiver verfolgen zu können.

 

Dabei machte die Behörde klar, dass das Glücksspiel auch künftig streng überwacht werde:

Auch wenn wir unsere Gesetze aktualisieren, wird das MHA seine generell prohibitive Haltung gegenüber dem Glücksspiel beibehalten und seinen risikobasierten Ansatz bei der Regulierung der existierenden Glücksspiel-Anbieter fortführen.

Zwar sei die mit dem Glücksspiel verbundene Kriminalität in dem Stadtstaat vergleichsweise niedrig, was die Wirksamkeit der bisherigen Kontrollmechanismen belege. Allerdings wolle die Behörde sich bereits jetzt für kommende Entwicklungen, die beispielsweise durch die fortschreitende Globalisierung und Digitalisierung des Glücksspiels entstünden, besser wappnen.

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