Montag, 03. Oktober 2022

Smartphone-Nutzung und problematisches Online-Glücksspiel: Spanische Studie untersucht Zusammenhänge

Mann, Smarthphone, junger Mann Männliche Berufsschüler nutzen das Smartphone öfter für Glücksspiele und Sportwetten als ihre Mitschülerinnen. (Symbolbild: Pixabay)

Forscher weisen immer wieder auf mögliche Zusammenhänge zwischen Smartphone- und Spielsucht hin. In Spanien widmet sich diesem Thema nun eine Studie, die die Smartphone-Nutzung bei Berufsschülern näher untersucht hat.

Die Forscherinnen Marta Beranuy, Txon Vega und Begoña Haro haben in ihrer Untersuchung die Nutzung von Smartphones, geschlechtsspezifische Unterschiede hierbei und Zusammenhänge zu Internet- und Spielsucht analysiert. Dabei habe sich den Psychologinnen und Gesundheitsforscherinnen zufolge gezeigt, dass 30 % der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen Risikomuster aufweisen würden.

Smartphone- und Spielsucht unter Berufsschülern

Die Zielgruppe der Studie waren Berufsschüler, die bislang bei derartigen Untersuchungen nicht genügend Beachtung gefunden hätten. So erklärte Txon Vega Oses:

„Der Großteil der in Spanien und in anderen Ländern durchgeführten Studien konzentriert sich auf Studenten, Schüler und Abiturienten, aber die Untersuchungen zur Berufsbildung sind […] unzureichend.“

Diese Studie sei daher unter 1.107 Berufsschülern mit einem Altersdurchschnitt von 18,8 Jahren durchgeführt worden. Die Ergebnisse hätten deutliche geschlechterspezifische Unterschiede in der Nutzung gezeigt.

Geschlechtsspezifische Unterschiede beim Nutzungsverhalten

Die Frauen hätten die Smartphones vor allem für Nachrichten, Anrufe, das Musikhören und Aktivitäten in sozialen Medien genutzt, aber auch für Ausbildungszwecke. Die männlichen Berufsschüler dagegen seien per Smartphone vermehrt auf der Suche nach Informationen und würden das Handy für Videospiele, das Glücksspiel und Sportwetten nutzen.

Eine problematische Smartphone-Nutzung sei bei einem Anteil von 7,9 % der Studienteilnehmer feststellbar. Bei 28,6 % der befragten Berufsschüler und -schülerinnen sei die Nutzung mit gelegentlichen Problemen in Verbindung zu bringen. Dabei habe sich gezeigt, dass es bei den Frauen häufiger zu Schwierigkeiten komme. Dies sei auf die vermehrte „kommunikative und emotionale Nutzung“ zurückzuführen.

Der Anteil der Studienteilnehmer, die das Smartphone für Videospiele nutzten, habe mit 25,6 % bei über einem Viertel gelegen. Von den männlichen Berufsschülern habe sich ein Anteil von 36,1 % Videospielen gewidmet, während lediglich 12,7 % der Frauen das Smartphone hierfür genutzt hätten.

Diese Geschlechtsunterschiede seien auch bei der Nutzung des Smartphones für das Glücksspiel und für Sportwetten feststellbar. Während 7,2 % der Männer Sportwetten via Smartphone platziert hätten, sei dies nur bei 1,4 % der Frauen der Fall gewesen. Für das Glücksspiel hätten 5,1 % der männlichen und 1,6 % der weiblichen Berufsschüler das Smartphone genutzt.

Die Nutzung des Smartphones für Sportwetten und Glücksspiele wird in den Ergebnissen der Studie jedoch nicht mit Risikoverhalten in Verbindung gebracht. Als Risikofaktoren für eine problematische Smartphone-Nutzung hätten sich dagegen das Spielen von Videospielen sowie das Ansehen von Filmen oder Serien per Handy herausgestellt.