, 01.10.2020

Den gestrigen Aktionstag gegen Glücksspielsucht haben Branchen, Verbände und Spielerschützer genutzt, um auf die Gefahren des Glücksspiels hinzuweisen. Welch persönliche Folgen die Sucht auf das Leben der Betroffenen haben kann, zeigt die Geschichte von Schlager-Star Kerstin Ott („Ich muss dir was sagen“).

 

In einem Interview mit der Augsburger Zeitung erzählte die 38-Jährige vor Kurzem über ihren Weg in die Sucht, und wie sie die Krankheit gemeistert hat.

Auf den Aktionstag gegen Glücksspielsucht hat am Dienstag auch Moderatoren-Legende Werner Hansch aufmerksam gemacht. Hansch hatte von seiner Spielsucht erstmals im August als Kandidat im Big Brother-Container erzählt. Die Krankheit hatte der 82-Jährige erst im Alter von 70 Jahren entwickelt. Auf Facebook erklärte Hansch nun die Symptome von Spielsucht, zu denen unter anderem soziale Isolation und Wesensveränderungen gehörten.

Mit Spielautomaten in die Sucht

 

Zum Glücksspiel sei Ott bereits im jungen Alter durch den Besuch von Bars mit Spielautomaten gekommen. Dort habe sie sich eigentlich nur zum Billardspielen treffen wollen, sei jedoch durch Zufall an den Spielgeräten gelandet. An einem Automaten habe sie 5 Mark eingesetzt und auf Anhieb 300 Mark gewonnen. Von da an habe sie bis zu ihrem 25. Lebensjahr gespielt.

 

Überwunden habe die gelernte Maler- und Lackiererin die Sucht nur durch konsequente Maßnahmen:

„Ich musste hartnäckig sein, wie jemand, der mit dem Rauchen aufhört. Es hat viele Anläufe gebraucht. Ich habe Zettel mit meinem Namen und Foto in Spielhallen im Umkreis von 50 Kilometer verteilt, den Betreibern von meiner Sucht erzählt und mir dadurch selbst Hausverbot erteilt. Mein Stolz hat mir verboten, noch mal in die Hallen zu gehen.“

Schon bei der Talk Show „Kölner Treff“ hatte Ott im vergangenen Jahr zugegeben, anfällig für Süchte zu sein. Dem Schlagerliebling sei der Ausstieg aus dem Glücksspiel schwergefallen. Deshalb wolle sie auf keinen Fall rückfällig werden.