, 02.11.2020

Der spanische Online-Glücksspiel-Verband Jdigital hat am heutigen Montag sein Bekenntnis für sicheres Glücksspiel und verantwortungsvolle Glücksspiel-Werbung erneuert. Damit hat sich der Verband der Initiative des Europäischen Glücksspielverbandes (EGBA) angeschlossen, dessen Mitglieder sich angesichts der zweiten Welle der Corona-Pandemie für mehr Spielerschutz ausgesprochen haben.

 

Aufruf zu verstärktem Spielerschutz angesichts des Lockdowns

 

Mitte Oktober hatte die EGBA Online-Glücksspiel-Anbieter dazu aufgerufen, angesichts der Coronavirus-Beschränkungen den Spielerschutz zu verstärken und besonders wachsam hinsichtlich möglicher Anzeichen von problematischem Spielverhalten zu sein. Diesem Aufruf schließt sich der spanische Online-Glücksspiel-Verband Jdigital nun an und fordert seine Mitglieder dazu auf, das sichere Online-Glücksspiel zu stärken.

Jdigital erinnert die Online-Glücksspielbetreiber insbesondere an die folgenden Maßnahmen:

  • Werbung sollte keinen Bezug zum Coronavirus oder zu Aussagen zur öffentlichen Gesundheit im Zusammenhang mit Covid-19 enthalten.
  • Werbung sollte Glücksspiel nicht als Lösung für Langeweile, soziale oder finanzielle Probleme darstellen.
  • Anzeigen und Webseiten sollten klar und sichtbar zu Mindestaltersbeschränkungen und zum Selbstausschluss informieren.
  • Glücksspiel-Webseiten müssen strenge Identitätsprüfungsmaßnahmen enthalten.
  • Webseiten sollten klar erkennbare Tools für sicheres Glücksspiel enthalten, z. B. Einzahlungslimits, Pausenzeiten etc.

Die Einhaltung dieser Spielerschutz-Maßnahmen erlangt in Spanien angesichts der von der Regierung geplanten Beschränkungen der Glücksspielwerbung und des Glücksspiels generell besondere Bedeutung. Ihre Maßnahmen rechtfertigt die Regierung mit dem Schutz der Verbraucher.

 

EGBA mahnt: Geplante Werbebeschränkungen widersprechen EU-Vorschriften

 

Der private Glücksspielsektor dagegen argumentiert, dass Beschränkungen wie das geplante Verbot der Werbung für das Online-Glücksspiel am stark regulierten spanischen Markt die Verbraucher in den illegalen Markt drängen könnten. Zudem sei die Maßnahme, die nur die privaten Glücksspiel-Anbieter, nicht aber die staatlichen Lotterien betreffen soll, diskriminierend und widerspreche den Gesetzen des freien Marktes.

 

Dieser Ansicht schloss sich die EGBA in der vergangenen Woche in einem Schreiben [Seite auf Englisch] an. Sie erklärte:

[Die] EGBA betrachtet die Entscheidung, den staatlichen Lotterien eine Ausnahme von den Beschränkungen zu gewähren, als diskriminierend den privaten Unternehmen gegenüber, da den staatlichen Lotterien Werbe-Privilegien eingeräumt werden. Dies könnte in Widerspruch zu den EU-Vorschriften stehen.

Die von der Regierung genannten Gründe für die Maßnahmen beruhten nicht auf Beweisen. So habe erst kürzlich eine von der Universität Madrid durchgeführte Studie gezeigt, dass die Zahl der Problemspieler in Spanien eine der niedrigsten weltweit sei.

 

Der spanische Glücksspielverband JDigital, so die EGBA weiter, unterstütze die Richtlinien für sicheres Online-Glücksspiel und für verantwortungsvolle Glücksspielwerbung. Daher fordere der EGBA-Generalsekretär Maarten Haijer die spanische Regierung auf, die geplanten Werbebeschränkungen zu überdenken.

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