, 24.08.2020

Am frühen Samstagmorgen hat die Berliner Polizei im Rahmen einer Großrazzia neben Drogen und Munition mehrere Spielautomaten beschlagnahmt. Die Aktion richtete sich nach Angaben lokaler Medien gegen eine Reihe von Lokalen, die von Mitgliedern Berliner Clans betrieben werden sollen.

 

Wie die Polizei bekanntgab, seien in der Nacht zum Samstag insgesamt neun Geschäfte in den Stadtteilen Kreuzberg, Neukölln und Treptow durchsucht worden. An den Razzien seien neben Polizeikräften Beamte des Ordnungsamts Neukölln, des Finanzamts Wedding sowie des Berliner Hauptzollamts beteiligt gewesen.

 

Bekämpfung der Clankriminalität

Einem Polizeisprecher zufolge richtete sich der Schlag gegen die ausufernde Clankriminalität in der deutschen Hauptstadt. Dabei seien die Einsatzkräfte in den durchsuchten Betrieben dem Verdacht der organisierten Geldwäsche und der Ahndung von Verstößen gegen die verfügten Corona-Maßnahmen nachgegangen.

In den vergangenen Monaten hat die Berliner Justiz ihr Vorgehen gegen kriminelle Clans in der Stadt intensiviert. So sind die Beamten eigenen Angaben zufolge in den letzten zwölf Monaten zu insgesamt 382 Einsätzen gegen die Großfamilien ausgerückt. Dabei seien 702 Objekte kontrolliert und neben Spielautomaten Drogen, Waffen, Bargeld und Luxusautos beschlagnahmt worden. In Folge der Razzien hätten die Ermittler Tausende Anzeigen geschrieben.

Wie es scheint, war die Aktion von Erfolg gekrönt. So sei es in Treptow gelungen, einen spielhallenähnlichen Betrieb auszuheben, in dem illegales Glücksspiel angeboten worden sei. Allein dort habe die Polizei drei Spielautomaten beschlagnahmt und abtransportiert.

 

Portable Spielautomaten sichergestellt

Doch auch an anderen Orten stellten die Beamten Beweismaterial gegen das unerlaubte Glücksspiel sicher. So seien in einem Café in Neukölln mehrere portable Glücksspielgeräte entdeckt und aus dem Verkehr gezogen worden.

 

Diese handlichen Automaten hätten für die illegalen Betreiber den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer kleinen Abmessungen schnell auf- und bei Bedarf abgebaut werden könnten.

 

Lokale Medien bewerten die am Wochenende durchgeführten Kontrollen als Bestandteil des vom Berliner Senat beschlossenen Fünf-Punkte-Plans, der die

konsequente Verfolgung und Ahndung von bereits niedrigschwelligen Regelverstößen und Allgemeinkriminalität

zum Ziel habe. Für mindestens eine der in den Lokalen angetroffenen Personen hatte die Aktion anscheinend direkte Konsequenzen. Da gegen ihn ein Haftbefehl vorlag, soll der Betroffene auf der Stelle in Gewahrsam genommen worden sein.