Samstag, 03. Dezember 2022

Gute Quartalszahlen: Deutsche Spiel­banken vermelden „positiven Re-Start“

Kerstin Kosanke Spielbanken-Vorsitzende Kerstin Kosanke verkündete gute Zahlen (Bild: Lotto Bandenburg)

Das terrestrische Glücksspiel startet in Deutschland langsam wieder durch. Darauf deutet ein Statement des Deutschen Spielbankenverbands e.V. (DSbV) hin. Dieser vermeldete am Donnerstag gute Zahlen für das erste Quartal 2022 und zeigte sich in Bezug auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Spielbanken in diesem Jahr optimistisch.

Plus gegenüber 2019

Die Spielbanken seien von den Umsatz- und Besucherzahlen her auf einem guten Weg. Obwohl die ersten drei Monate des Jahres noch von der Pandemie geprägt gewesen seien, hätten die Spielbanken in Deutschland das Geschäftsergebnis im ersten Quartal im Vergleich zu 2019 um 8 % steigern können.

Kerstin Kosanke, Voritzende des DSbV und Co-Geschäftsführerin von Lotto Brandenburg, erklärte zu den Gründen für die gestiegene Attraktivität der landbasierten Glücksspiel-Geschäfte:

So wie das Home Office vielen zu eng wurde, so nutzen auch unsere Gäste nach der Öffnung der Spielbanken die Chance, Glücksspiel wieder als soziales Miteinander zu erleben.

Trotz eines verhaltenen Jahresbeginns deute sich an, dass die Ergebnisse aus dem Jahr 2019 erreichbar seien. Der Verband gehe davon aus, dass sich der Bruttospielertrag auch in den kommenden Monaten auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres bewegen werde.

Diese optimistische Einschätzung zeige, dass „die Marke Casino gut durch die Krise gekommen“ sei und sich Qualität auszahle. Das gelte ebenfalls für den Umstand, die Beschäftigten auch in der Krise weiter beruflich an die Spielbanken gebunden zu haben.

„Home-Gaming“ vs. Glücksspiel-Erlebnis

Kosanke zog in ihrem Statement eine Parallele zum Tourismus. Das Reisen gehe wieder los und die Menschen freuten sich darauf, die zurückgewonnene Freiheit zu nutzen.

Mit dem Glücksspiel in Casinos verhalte es sich in etwa so, wie mit dem Home-Office. Dieses sei zur Meisterung der Notlage wichtig gewesen. Ähnlich sei es beim Online-Glücksspiel. Es sei für viele ein Ausweg während des Lockdowns in Deutschland gewesen.

Die DSbV-Vorsitzende betonte allerdings zugleich:

Doch wer Ambiente, Lebensart und Spielkultur schätzt, kommt zurück in die stationären Casinos.

Wirtschaftsprognosen unterstützten diese Einschätzung. So habe das Institut Goldmedia einen positiven V-Trend ausgemacht, bei dem die Kurve wieder nach oben zeige.

Wettbewerber Online-Glücksspiel

Damit der Aufschwung nachhaltig ist, müssen jedoch die Rahmenbedingungen stimmen. Aus diesem Grund kündigte die Verbandsvorsitzende an, in der zweiten Jahreshälfte eine erste Einschätzung des neuen Glücksspielstaatsvertrages mit Blick auf Online-Angebote vorzunehmen.

Gegenüber dem Online-Glücksspiel erkannte Kosanke grundsätzlich Standortvorteile der stationären Spielbanken. Als Beispiel nannte sie die vielen Prozesse um verweigerte Aus- und Rückzahlungen, in denen sich Spieler und Online-Anbieter gegenüberstehen. Eine solche Unsicherheit gebe es bei den Spielbanken nicht.

Es müsse jedoch genau zwischen unerlaubten Anbietern und den künftig behördlich lizenzierten Anbietern differenziert werden. In diesem Punkt seien die Länder gefordert, um das terrestrische Glücksspiel durch eine „sensible Landespolitik der Lizenzvergabe“ beim Online-Glücksspiel zu flankieren.

Als Beispiele nannte Kosanke Nordrhein-Westfalen und Thüringen. In NRW sei bereits vereinbart worden, maximal fünf Konzessionen für Online-Casinos zu vergeben. Thüringen wolle das Glücksspiel selbst organisieren, da sich das Land davon ein manipulationsfreies und maßvolles Spiel verspreche.