Mittwoch, 28. September 2022

Sinkende Spieleinnahmen beim Online-Glücksspiel 2021 in Spanien

Würfel, Laptop, Chart In Spanien sinken die Online-Spieleinnahmen seit Inkrafttreten der Werberestriktionen. (Bild: Pixabay/CasinoOnline.de)

In Spanien sind die Bruttospieleinnahmen im Jahr 2021 beim Online-Glücksspiel um mehr als 4 % auf 815,30 Mio. EUR gesunken. Dies teilte die Glücksspielbehörde Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ) am gestrigen Donnerstag mit.

Den größten Anteil an den Spieleinnahmen hätten laut dem Jahresbericht zum Online-Glücksspiel 2021 [Seite auf Spanisch] mit 407,14 Mio. EUR die Online-Casino-Spiele (49,94 %) ausgemacht. Insgesamt 305,88 Mio. EUR seien mit Online-Wetten (37,52 %) eingenommen worden. Online-Poker habe Einnahmen in Höhe von 85,42 Mio. EUR eingebracht, mit Abstand gefolgt vom Online-Bingo mit 14,47 Mio. EUR.

Steigerung der Online-Casino-Einnahmen

Der Online-Casino-Sektor sei der einzige Bereich, der im Jahr 2021 einen Anstieg erfahren habe. Die Spieleinnahmen seien bei den Online-Casino-Spielen im Vergleich zum Vorjahr um 16,07 % angestiegen. Damit habe sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr jedoch massiv verlangsamt. So lag die Steigerung im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 noch bei 28,37 %.

Im Bereich der Online-Wetten seien die Spieleinnahmen um 16,23 % gesunken. Beim Online-Poker seien sie sogar um 22,56 % zurückgegangen.

Als Hauptgrund für den Rückgang der Spieleinnahmen führt die DGOJ die Werbebeschränkungen an, die im vergangenen Jahr vollumfänglich in Kraft getreten sind und sich nun vor allem bei den Sportwetten bemerkbar gemacht hätten.

Die massiven Beschränkungen der Glücksspielwerbung in Spanien galten teilweise bereits ab Mai des Jahres 2020. Allerdings gab es für bestehende Sponsoring-Verträge Übergangsfristen. So konnte beispielsweise die Trikotwerbung für Glücksspielanbieter noch bis Ende August 2021 fortgesetzt werden.

Die regulatorischen Änderungen hätten sich zudem auf die Marketing-Ausgaben ausgewirkt. Diese seien 2021 um 0,92 % auf 460,04 Mio. EUR gesunken. Besonders die Sponsoring-Ausgaben seien dabei zurückgegangen, und zwar um 29,31 %. Die Ausgaben für das Affiliate-Marketing dagegen seien um 6,69 % gestiegen.

Codere erhöht Online-Einnahmen auf lateinamerikanischem Markt

Die Änderungen der Bestimmungen für die Glücksspielwerbung haben sich jedoch nicht nur auf die Spieleinnahmen generell ausgewirkt, sondern auch auf die Verteilung der Einnahmen der spanischen Glücksspielunternehmen.

So berichtet der Glücksspiel-Anbieter Codere zwar von einem Anstieg seiner Online-Glücksspiel-Einnahmen in Spanien um 3 %. Im Vergleich zur Entwicklung der Einnahmen auf dem lateinamerikanischen Markt seien hier jedoch die regulatorischen Veränderungen deutlich spürbar.

Moshe Edree, CEO von Codere Online erklärte:

„Wir habe unsere Nettoeinnahmen aus dem Glücksspielgeschäft im vergangenen Jahr um 17 % gesteigert, dank unserer starken Leistung in Mexiko und trotz der regulatorischen Herausforderungen in Spanien, die unsere Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Kunden und zur Steigerung der Einnahmen in diesem Land einschränkten.“

So seien die Glücksspieleinnahmen in Mexiko im Vergleich zum Vorjahr um 38 % auf 20,1 Mio. EUR gestiegen.

Dementsprechend plane das Unternehmen, seine Aktivitäten im Online-Glücksspiel auf dem lateinamerikanischen Markt zu verstärken. In Spanien dagegen könnten sich Glücksspielanbieter künftig mit weiteren Restriktionen konfrontiert sehen, denn derzeit arbeitet die Regierung an weiteren Änderungen der Glücksspielgesetzgebung.

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