, 18.10.2021

Kaum ein Entwickler kommt beim Vertrieb seiner Spiele um die Spieleplattform Steam herum. Gerade diese hat nun jedoch der Veröffentlichung von Spielen, die auf Blockchain-Technologie beruhen, den Riegel vorgeschoben. In seinen Regularien für die Veröffentlichung auf der Plattform stellt Betreiber Valve klar, dass Blockchain-Technologie und Kryptowährungen nicht erwünscht seien.

 

In seinen aktualisierten Geschäftsbedingungen für Publisher hat Steam unter den Passus „Was Sie nicht auf Steam veröffentlichen sollten“ um folgenden Inhalt ergänzt:

Anwendungen, die auf Blockchain-Technologie basieren und die die Ausgabe oder den Austasche von Kryptowährungen oder NFTs [Non-Fungible Tokens, Anm. d. Red.] ermöglichen.

Non-Fungible Tokens als Risikofaktor

 

Das eigentliche Problem, auf das Steam nach Ansicht von Marktbeobachtern abziele, sei jedoch nicht die Blockchain-Technologie, sondern vielmehr die NFTs.

NFTs, Non-Fungible Tokens, sind digital geschützte Objekte, die nicht austauschbar oder kopierbar sind. NFTs haben einen Wert oder eine bestimmte Funktion, es kann sich also beispielsweise um bestimmte Kleidung für einen Charakter in einem Spiel handeln, um digitale Sammelkarten, aber auch um Werte wie Musikrechte. NFTs haben einen eindeutig identifizierbaren Besitzer. Der Wert der NFTs dagegen variiert, ähnlich wie dies bei Kunstobjekten der Fall ist. Werden NFTs gegeneinander getauscht, ist der Tauschwert dementsprechend nicht automatisch der gleiche.

NFTs haben erst kürzlich für Schlagzeilen gesorgt. So sollen die Entwickler eines Spiels namens „Evolved Apes“ auf dem NFT-Marketplace OpenSea eine Sammlung von 10.000 NFTs zum Verkauf angeboten haben. Jeder der NFTs sollte ein Charakter im Spiel werden. Doch nur eine Woche, nachdem das Spiel an den Start gegangen war, habe sich das Projekt plötzlich in Luft aufgelöst – und mit ihm 798 Ether, die schätzungsweise einem Wert von 2,7 Mio. USD (rund 2,3 Mio. Euro) entsprächen.

 

Digitale Vermögenswerte als Zukunft des Spielemarktes?

 

Auf Twitter zeigten sich betroffene Entwickler enttäuscht. So sei beispielsweise bereits das Spiel Age of Rust von Steam verbannt worden. Als Grund habe Steam den Entwicklern gegenüber angegeben, keine Items in Spielen zu erlauben, die einen realen Wert haben könnten. Obwohl die Publisher angaben, die Entscheidung zu respektieren, seien sie der Überzeugung, Blockchain und NFTs seien die Zukunft des Spielemarktes.

 

Diese Überzeugung scheint auch Steam-Konkurrent Epic zu teilen. So habe Epic dem Technikportal The Verge gegenüber erklärt, offen für Spiele zu sein, die Kryptowährungen oder Blockchain-basierte Vermögenswerte unterstützen. Hinsichtlich der Spiele mit NFTs gebe es zwar einige Einschränkungen, man sei aber generell bereit, dahingehen mit Entwicklern zusammenzuarbeiten.

 

Spannend bleibt nun zu sehen, welche Haltung sich künftig auf dem Spielemarkt durchsetzen wird.